Mauretanien – Regierung ratifiziert Freundschaftsvertrag mit Spanien.

Mauretanien sucht seine Vorteile.

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Mauretanischer Präsident Cheikh El Ghazouani sucht Nähe zu Madrid und lässt Freundschaftsvertrag ratifizieren.

Nouakchott – Die mauretanische Regierung hat am Mittwoch, den 15. Juni 2022, den 2008 mit Spanien unterzeichneten Vertrag über Freundschaft, gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit ratifiziert.

Der mauretanische Präsident Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani stattete Spanien zuletzt vom 16. bis 18. März 2022 einen offiziellen Besuch ab. Dem Tag, als der spanische Premierminister die neue Annäherung an Marokko, nach über einem Jahr der diplomatischen Krise, verkündete.

Auf der wöchentlichen Kabinettssitzung am vergangenen Mittwoch, den 15. Juni 2022, hat die mauretanische Regierung den Vertrag vorgelegt und gebilligt, dessen Ratifizierung seit 2008 aufgrund innenpolitischer Probleme in der Schwebe lag. Dieser Ratifizierung kommt nur kurz nach der Verkündung einer engeren Kooperation zwischen Mauretanien und Algerien.

Algerien wiederum hatte einen ähnlich lautenden Vertag mit Spanien aufgekündigt, als das iberische Königreich durch seinen Premierminister Sanchéz verkündete, dass man den marokkanischen Autonomieplan für die Westsahara / marokkanischen Sahara unterstützen würde.

Mauretanien sucht seine Vorteile.

Die Entscheidung Mauretaniens, sein Kooperationsabkommen mit Spanien zu diesem Zeitpunkt zu aktivieren, ist auch eine Botschaft an Algerien. Mauretanien, das zu den vier Parteien gehört, welche in den Westsaharakonflikt verstrickt sind, versucht aus der Rivalität zwischen Algerien und Marokko Vorteile zu ziehen, in dem es jeweils zum eigenen Nutzen Allianzen anbietet bzw. eingeht. So sind sowohl Algerien als auch Marokko ständig darum bemüht, sich gut mit Mauretanien zu stellen. Sollte sich Nouakchott (Hauptstadt Mauretanien) auf die Seite Algeriens schlagen, dann wäre der Landweg der marokkanischen Expansion in Richtung Sub-Sahara und Zentralafrika unterbrochen. Kooperiert das Land mit Marokko, würde es das größte Flächenland Afrikas verärgern und ein vom Militär kontrollierten Lieferanten von Energie gegen sich haben. Entsprechend scheint sich Präsident Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani nicht wirklich festlegen zu wollen, auch wenn die Annäherung an Spanien ein Signal in Richtung Marokko und zu Ungunsten Algerien sein könnte. Marokko ist inzwischen einer der wichtigsten Handelspartner Mauretaniens und beliefert das Land mit Landwirtschaftlichen Produkten. Zugleich hat die marokkanische Wirtschaft in die Infrastruktur investiert. So ist die Maroc Telecom der größte Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen. Auch mehrere Banken des Königreiches sind in Mauretanien engagiert.

Mauretanien – Kooperation bei Öl und Gas mit Algerien vereinbart.

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