Premierminister informiert Parlament über drohende Wasserkrise.

Wasservorrat pro Kopf sank um 71%.

Wasserreserven
Marokko droht Wasserkrise. Regierung stellt Maßnahmen vor.

Marokkos Wasserreserven sind dramatisch gesunken.

Rabat – Marokkos Wasserreserven sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Nun macht der Regierungschef selbst auf die drohende Wasserkrise aufmerksam. Während der Parlamentssitzung am letzten Dienstag informierte der marokkanische Premierminister Saad-Eddine El Othmani die Abgeordneten über den aktuellen Stand und die geplanten Maßnahmen der Regierung. Der Premierminister machte klar, dass es zwei Trends gibt, die die Situation zunehmend verschlechtern. Zum einen steigt die Nachfrage nach Trinkwasser bzw. nach Nutzwasser im Königreich. Zum anderen gehen die Wasserreserven zurück. Seit vielen Jahren wird in Marokko mehr Wasser verbraucht, als auf natürlichem Wege nachkommt. Marokko lebt von seinen Reserven. Die Lage wird sich mit der zunehmenden wirtschaftlichen Entwicklung noch verschärfen. Mehr Industrie und Tourismus werden den Druck auf die Wasserreserven erhöhen.

„Jahr für Jahr gibt es ein Defizit zwischen Wasserbedarf und Versorgung. Studien haben gezeigt, dass der jährliche Vorrat an Wasser pro Kopf mit einer alarmierenden Rate sinkt.“ so der Regierungschef vor dem Parlament.

Wasservorrat pro Kopf sank um 71%.

Nach Angaben des Premierministers standen 1980 pro Kopf ca. 2500 Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Gerade mal 20 Jahre später, im Jahr 2000, hat sich der Vorrat bereits halbiert. In der letzten Studie 2013 wurde lediglich ein Wert von 720 Kubikmeter Wasser pro Kopf ermittelt. Damit sank der Wasservorrat pro Kopf in den letzten rund 40 Jahren um ca. 71%. „Das ist ein ernstes Problem“, bemerkte der Regierungschef.

Marokko ergreift mittel- und langfristige Maßnahmen.

Marokkos Regierung sieht bereits jetzt einige Regionen von Wasserknappheit und Dürre bedroht. Insbesondere in den Sommermonaten scheint es im Landesinneren, in den Gebieten mit Hitzewellen und geringen Niederschlägen, eng zu werden.

El Othmani erläuterte, dass die Regierung an der Aktualisierung des nationalen Wasserplanes arbeitet, mit dem Fokus auf den Bau weiterer „Staudämme“. Es ist geplant pro Jahr mindestens drei große und bis zu 10 kleine Dämme zu bauen. Gleichzeitig soll daran gearbeitet werden, den Wasserverbrauch insgesamt zu senken. Die Regierung sieht Einsparungspotentiale in der Landwirtschaft und in der Industrie. Auch die Modernisierung der Wasserinfrastruktur soll Verluste innerhalb des Wassernetzes verringern helfen. Erste positive Effekte seien bereits 2018 zu erwarten, so El Othmani weiter.

All das wird aber nicht ausreichen. Marokko muss neue Wasserquellen erschließen. Daher plant Marokko auch den Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen.

Meerwasserentsalzung an mehreren Stellen im Land geplant.

Neben den Bestrebungen Wasser einzusparen soll auch in die Gewinnung von Trink- und Nutzwasser investiert werden. „Die Regierung hat Programme initiiert, um Wasserentsalzungsanlagen in Agadir, Al Hoceima und Sidi Ifni aufzubauen. Fünfhundert Millionen Kubikmeter Wasser werden voraussichtlich aus der Meerwasserentsalzung in fünf Jahren produziert werden können“, sagte der Premierminister dem Parlament.

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