Tunesien – Hilfsgüter und Personal nach Beirut entsendet.

Medizinisches Personal soll Verletzte zur Behandlung in Tunesien auswählen.

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Präsident
Präsident Kais Saied in Abstimmung mit Regierungsmitgliedern

Präsident ordnet an, auch Verletzte der Explosion im Hafen von Beirut in Tunesien zu behandeln.

Tunis – Der Präsident der Republik Tunesien, Kais Saied, ordnete an, dass noch am heutigen Mittwoch (5. August 2020) zwei Militärflugzeuge, beladen mit Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe, umgehend in den Libanon geschickt werden, um das libanesische Volk zu unterstützen und dabei zu helfen, Tausende von Verletzten zu behandeln, die bei den Explosionen in Beirut verletzt wurden.

Der Präsident traf in Tunis mit dem Verteidigungsminister Imed Hazgui und dem Minister für soziale Angelegenheiten und amtierenden Gesundheitsminister Habib Kchaou zusammen, um zu erörtern, wie dem libanesischen Volk geholfen werden kann, so das Präsidialamt in einer Pressemitteilung.

Medizinisches Personal soll Verletzte zur Behandlung in Tunesien auswählen.

Der Präsident wies auch an, ein medizinisches Team in den Libanon zu entsenden und hundert Verletzte zur Behandlung in Militärkrankenhäusern und anderen Einrichtungen nach Tunesien zu fliegen.

„Das hochrangige Treffen bot die Gelegenheit, die Solidarität Tunesiens mit dem libanesischen Volk unter diesen schweren Umständen zu bekräftigen und die Verpflichtung zu erneuern, dem libanesischen Volk zur Seite zu stehen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Explosion im Hafen von Beirut fordert Tote und Verletzte.

Gestern kam es im Hafen von Beirut zu insgesamt zwei Explosionen. Einer ersten Explosion folgte eine schwere zweite Explosion, die große Teile der Hafenanlage und anliegende Stadtteile zerstörte.

Nach jetzigen Informationen explodierten ca. 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat, die im Hafen von Beirut gelagert waren. Derzeit geht man von mehr als 100 Toten und mehreren Tausend Verletzten aus. Wie die Behörden mitteilten, lagerten die Chemikalien seit ca. sechs Jahren ungeschützt in einem Lagerhaus. Mehrere Länder haben dem Libanon, der sich in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise befindet, bereits Hilfe angeboten. Neben Großbritannien wollen Frankreich, Deutschland und Israel helfen. Nun entsendet Tunesien erste konkrete Hilfe.

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