Tunesien – Mutmaßlicher Anschlagsplan gegen Präsidenten vereitelt.

Vorwurf gegenüber islamitischen Gruppen als Urheber für die Anschlagspläne.

1948
Libyen
Präsident Kaid Saied eröffnet Libyenkonferenz in Tunis

Algerischer Geheimdienst soll tunesischen Präsidenten Saied vor Anschlag zu seiner Beseitigung gewarnt haben.

Algier – Die Nachrichtenseite El Watan aus Algerien berichtet, unter Bezugnahme auf einen ehemaligen Journalisten von Al Jazeera, dass ein anstehender Anschlag auf den tunesischen Präsidenten vereitelt werden konnte. Der ehemalige Al Jazeera-Mitarbeiter Said Khezami berichtete am Sonntagabend, den 22. August 22021, in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite über Vorbereitungen für einen Terroranschlag in Tunesien. Der libysche Luftwaffenstützpunkt Al Watiya, der unter türkischer Kontrolle steht und 45 Kilometer von der tunesischen Grenze entfernt liegt, wäre die Basis für die Attentäter gewesen. Die algerischen Behörden hätten Tunesien gewarnt. Der algerische Außenminister Ramtane Lamamra besuchte Tunesien seit dem 25. Juli 2021 insgesamt drei Mal. Zuletzt am gestrigen Montag (23. August 2021).

Präsident
Tunesischer Präsident empfängt algerischen Außenminister Ramtane Lamamra

Vorwurf gegenüber islamitischen Gruppen als Urheber für die Anschlagspläne.

Said Khezami veröffentlichte vorgestern, dass er die zuständigen tunesischen Behörden bereits über die Informationen in Kenntnis gesetzt habe, die er über eine Operation mit dem Titel „Machtübernahme in Tunesien“ erhalten habe, die in Libyen vorbereitet werde. Seinen Erkenntnissen zufolge, sei ein libyscher Extremist der Leiter der Operation. Ein Anführer der in Tunesien aktiven islam-konservativen Ennahdha – Partei, der eine prominente Machtposition innehaben soll, wäre in die Anschlagspläne eingeweiht. Die Terroristen sollen der Hamas und anderen ähnlichen Gruppen angehören. Es wird vermutet, dass es sich, um Palästinenser oder Angehörige anderer Nationalitäten handelt. Einige Palästinenser hätten bereits während der Zeit der Koalition mit der Regierung (2012/13) die tunesische Staatsbürgerschaft erhalten.

Diese Information kommt zeitgleich mit der Enthüllung des Präsidenten der Republik, Kaïs Saïed, vom vergangenen Freitag, dass es einen Plan gibt, ihn zu beseitigen. Der algerische Geheimdienst hätte die Existenz eines Plans aufgedeckt, der auf die Stabilität Tunesiens abzielt, so Said Khezami.

Lybisches Innenministerium über Anschlagspläne informiert.

Die gleichen Informationen wurden von anderen Quellen veröffentlicht.

Interpol
Quelle Al Marsad – tunesiches Interpol-Büro – Warnung an libysches Innenministerium bzgl. Terroranschlag und Terrorgruppe auf türkischen Luftwaffenstützpunkt.

Die libysche Online-Website Al Marsad berichtete, über ein durchgesickertes Dokument des libyschen Innenministeriums, aus dem hervorgehen soll, dass der Leiter der arabischen internationalen Kriminalpolizei (Interpol) an das Ministerium geschrieben habe, dass ihm laut einem Telegramm von Interpol Tunesien mitgeteilt wurde, dass sie Informationen über die Absichten von 100 tunesischen Terroristen haben, die sich auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Watiya aufhalten, um über die tunesisch-libysche Grenze nach Tunesien einzudringen und Sabotage- und Terrorakte zu verüben. Eine hochrangige Quelle im libyschen Innenministerium soll gegenüber Al-Marsad die Echtheit des durchgesickerten Dokuments bestätigt haben.

Tunesien reagiert auch gegenüber der Türkei.

Die nicht weiter genannte Quelle soll gegenüber Al Marsad erklärt haben: „Als Innenministerium wissen wir nicht, was sich auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Watiya befindet, und auch den libyschen Militärbehörden fehlen Informationen.“

Die Quelle habe hinzugefügt: „Wir sehen eine Verbindung zwischen der gestrigen Rede (Freitag 20. August 2021) von Präsident Kais Saied über ein geplantes Attentat und der plötzlichen Ankündigung Tunesiens, das Wirtschaftsabkommen mit der Türkei auszusetzen bzw. zu revidieren, und dem, was in dem Brief des tunesischen Büros von Interpol steht.“

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Tunesien hat seine Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Landes und sogar in den Städten verstärkt. Pkw, Transporter und Lkw werden zunehmend überprüft. Die Wiedereröffnung der Grenze zu Libyen hat Tunesien zunächst verschoben. Nannte aber als Grund, die COVID-19 Pandemie. Sollten sich die bisherigen Angaben weiter bestätigen, muss diese Entscheidung neu bewertet werden. Ob es erste Verhaftungen von mutmaßlichen Terroristen gegeben hat oder andere sicherheitspolitische Aktionen durchgeführt wurden, ist bisher nicht bekannt.

Tunesien – Parlament bleibt suspendiert.

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