Tunesien – Türkischer Präsident in Tunis eingetroffen.

Türkischer Präsident Erdogan schließt militärische Intervention in Libyen nicht aus.

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Erdogan
Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan in Tunis eingetroffen.

Sicherheitslage in Libyen offiziell nicht im Zentrum der Gespräche.

Tunis – der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist überraschend zu Gesprächen in der tunesischen Hauptstadt Tunis eingetroffen. Er traf dabei auf seinen erst kürzlich gewählten Amtskollegen Präsident Kais Saied. Der eintägige Arbeitsbesuch von Präsident Erdogan in dem maghrebinischen Land wurde zuvor nicht angekündigt. Im Mittelpunkt des Treffens, so die tunesische – staatliche Nachrichtenagentur TAP, standen die bilateralen Beziehungen zwischen Tunesien und der Türkei in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit, Landwirtschaft und Handel sowie die Möglichkeiten einer ausgewogenen Entwicklung dieser Beziehungen. Obwohl, nach Angaben Tunesiens, die Sicherheitslage im benachbarten Libyen, bei den Gesprächen zwischen den beiden Präsidenten, kein offizieller Agendapunkt gewesen sein soll, machte der türkische Präsident, bei der gemeinsamen Pressekonferenz, Libyen zum Thema. Die international anerkannte libysche Regierung steht von Seiten der Gegenregierung in Bengasi unter militärischem Druck und hat, um Unterstützung gebeten.

Präsident
Präsident Kais Saied und Recep Tayyip Erdogan Pressekonferenz

Türkischer Präsident Erdogan schließt militärische Intervention in Libyen nicht aus.

Der türkische Präsident hob die Herausforderungen hervor, vor denen das libysche Volk seiner Ansicht nach, heute steht und betonte die Notwendigkeit eines interlibyschen Dialogs für eine Lösung der Krise. Er bedauerte die Abwesenheit Tunesiens, Algeriens und Katars im Berliner Prozess zu Libyen, drei Länder, die seiner Einschätzung nach, mit der Situation in diesem Land besser vertraut sind als andere. Präsident Erdogan kritisierte die vielen Parteien, die Sanktionen gegen Libyen verhängen wollen. Er versicherte, dass sein Land in ständigem Kontakt mit der „rechtmäßigen Regierung“ von Fayez Al-Sarraj in Tripolis steht und erinnerte an die in der Türkei unterzeichnete Absichtserklärung zwischen den beiden Ländern. Er stellte die Präsenz ausländischer Truppen in Libyen in Frage und wies darauf hin, dass sein Land nur handeln würde, wenn es darum gebeten würde.

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