UNO – Sonderbeauftragter für die Westsahara besucht Marokko.

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Sonderbeauftragter
UNO - Sonderbeauftragter für die Westsahara Dr. Horst Köhler

Der UNO – Sonderbeauftragter für die Westsahara Dr. Horst Köhler will kommende Woche Marokko besuchen.

New York – Der ehemalige Bundespräsident Deutschlands und nun Sonderbeauftragter der UNO für die Westsahara Dr. Horst Köhler hat seinen Besuch in Marokko für kommende Woche angekündigt. Dies bestätigte Marokkos UNO – Botschafter Omar Hilale in New York gegenüber moroccoworldnews. Das wäre die erste Reise des neuen Sonderbeauftragten für die Westsaharafrage in die Region in seiner neuen Funktion.

Sonderbeauftragter will dem politischen Prozess wiederbeleben.

Nach Angaben des marokkanischen UNO – Botschafters hat Dr. Horst Köhler bereits in New York erste Gespräche mit Vertretern Marokkos und der Polisario geführt und sich nun dazu entschlossen sich vor Ort ein eigenes Bild der Situation zu machen. Der ehemalige Bundespräsident Deutschlands wurde von der UNO – Vollversammlung am 08. September 2017 zum neuen Sonderbeauftragten für die Westsaharafrage bestellt. Die Delegierten folgten damit einer Empfehlung des UNO – Generalsekretärs Antonio Guterres sowie dem positiven Votum der Polisario und Marokkos.

Erste Anzeichen für Köhlers Ernennung im April.

Bereits im April diesen Jahres gab es erste Anzeichen, dass der Bundespräsiden a.D. zum neuen Sonderbeauftragten ernannt werden könnte – maghreb-post berichtet. Dr. Köhler gilt, als ehemaliger Banker und Chef der Weltbank, als Afrikakenner. Nun soll er den festgefahrenen Dialog zwischen den Konfliktparteien wiederbeleben. Wie der Sprecher des Sonderbeauftragten Stéphan Durarric erklärte, hat Dr. Horst Köhler nicht nur Gespräche mit Marokko und der Polisario aufgenommen, sondern auch mit Vertretern der Nachbarländer der Westsahara sowie mit der afrikanischen Union. Mit welchen Vertretern genau wurde nicht bekannt. Man kann aber davon ausgehen, dass zu den weiteren Parteien Algerien und Mauretanien gehören. Die Initiative des UNO – Sonderbeauftragten Köhler ist durch die UNO – Resolution 2351 in der Fassung von 2017 gedeckt.

Westsahara-Konflikt nun seit 1975 ungelöst.

Seit nun mehr 42 Jahren schwelt der Konflikt um die Westsahara. Bei kaum einem anderen Land der Welt ist der Unterschied zwischen dem international umfänglich anerkannten Territorium und dem beanspruchten Staatsgebiet so groß wie bei Marokko. Für Marokko umfasst das Staatsgebiet ca. 713.000 qKM. Das sehen viele Länder, auch in der afrikanischen Union, anders. Aus deren Sicht ist Marokko nur 446.000 qKM groß. Die Differenz von 267.000 qKM entspricht genau der Fläche der Westsahara. Für Marokko ist die Westsahara ein integrierter Teil des Staatsgebietes und jede Diskussion darüber gilt als Angriff auf die territoriale Integrität. Die sog. Frente Polisario sieht sich als Vertreter der Sahraouis und Verteidiger der ausgerufenen Republik Westsahara. Bereits in den 1990er Jahren hatten sich Marokko und die Polisario auf die Durchführung eines Referendums geeinigt. Doch dieses konnte wegen Differenzen bei den Wahlberechtigten (Wählerlisten) nicht abgehalten werden. Während die Polisario im Kern nur Sahraouis über die Unabhängigkeit von oder dem Verbleib im Königreich abstimmen lassen will, besteht Marokko darauf, dass alle Einwohner der Westsahara abstimmen dürfen. D.h. auch Marokkaner die in die Westsahara gezogen sind sollen mit abstimmen. Genau an dieser Stelle will der neue UNO – Sonderbeauftragter dabei helfen eine Lösung zu finden.

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