Marokko – Deutschland und Marokko planen engere Abstimmung im Verkehrssektor.

Marokko plant Investitionen in den Schienenverkehr.

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Messe InnoTrans Berlin führt marokkanischen Infrastrukturminister und Bundesminister für Verkehr zusammen. Deutschland und Marokko wollen sich zu Fragen bei Schienen- Luft- und Straßenverkehr enger abstimmen.

Berlin – Anlässlich der internationalen Verkehrsmesse InnoTrans 2022 trafen sich der Marokkanische Verkehrs- und Transportminister Mohammed Abdeljalil und der Deutschen Bundesminister für Digitalisierung und Verkehr, Volker Wissing, am vergangenen Dienstag in Berlin, um eine mögliche Zusammenarbeit im Verkehrssektor auszuloten.

Nach Berichten der marokkanischen-staatlichen Sendergruppe SNTR haben die beiden Minister vereinbarten, die gegenseitige Zusammenarbeit bzw. den Austausch zu vertiefen und die gemeinsame Arbeit der Vertreter beider Länder in diesem Sektor zu fördern. Dies soll den Abschluss von Kooperationsabkommen vorbereiten.

Zusammenarbeit in den Bereichen Schienen- Luft- und Straßenverkehr

Im Mittelpunkt des Gespräches habe die Entwicklung der bilateralen Beziehungen in den Bereichen Schienen-, Luft- und Straßenverkehr sowie Verkehrssicherheit gestanden. Der deutsche Minister für Digitales und Verkehr habe den marokkanischen Amtskollegen eingeladen, an dem Treffen der Bahnchefs teilzunehmen, welches am Rande der Internationalen Eisenbahnausstellung in Berlin stattfand.

Bei diesem Gespräch war auch Frau Zohour Alaoui, Botschafterin des Königreichs in Berlin, anwesend. Der Minister habe seinen deutschen Amtskollegen zu einem offiziellen Besuch nach Marokko eingeladen, um an dem Weltkongress für Hochgeschwindigkeitszüge teilzunehmen, der im März 2023 in Marrakesch stattfinden soll. Der marokkanische Minister, der mehrere Pavillons von international tätigen Zugherstellern besuchte, erklärte, dass dieses Treffen Teil der Dynamik sei, die die marokkanisch-deutschen Beziehungen derzeit kennzeichne bzw. auf die beiden Länder aufzubauen versuchen.

Marokko – Weltkongress für Hochgeschwindigkeitsbahnen 2023 in Marrakech

Eine hochrangige Delegation des Office National des Chemins de Fer (ONCF) (marokkanische-staatliche Eisenbahngesellschaft) unter Leitung seines Generaldirektors war ebenfalls anwesend.

Marokko plant Investitionen in den Schienenverkehr.

Dieses Treffen ist, vor dem Hintergrund der von Marokko geplanten umfangreichen Investitionen in den Schienenverkehr, von großem Interesse.

Der marokkanische König hatte bereits angekündigt, dass das Land weiter in das erste afrikanische Hochgeschwindigkeitszugnetz investieren will. Aber auch in das konventionelle Schienennetz soll investiert werden.
Das jetzige Netz stammt in großen Teilen aus der französischen Kolonialzeit und auch die zwischenzeitlichen Modernisierungen wurden mit Hilfe Frankreichs umgesetzt, inkl. des neuen Hochgeschwindigkeitsnetzes.

Bisher verbindet der „marokkanische TGV“ die Städte Tanger, Rabat und Casablanca miteinander. Zukünftig sollen bis 2040 die Städte Marrakech und Agadir angeschlossen werden. Zugleich prüft man eine Erweiterung in Richtung der Königsstädte Meknés und Fés. Derzeit werden Machbarkeitsstudien erstellt und Angebotsverfahren vorbereitet. Für die Teilstücke Casablanca – Marrakech bzw. Marrakech – Agadir versuchen Frankreich und China den Auftrag zu ergattern, während Korea den Auftrag zur Planung erhalten hat.

Deutschland war schon bei der ersten Strecke Tanger – Casablanca an einem Auftrag interessiert und anfänglich ein Mitbewerber Frankreichs und hatte sich nach der Auftragsvergabe in Paris und Rabat über das intransparente Vergabeverfahren beschwert.

Derzeit sind die Beziehungen zwischen Rabat und Paris belastet. Die politische Annäherung zwischen Deutschland und Marokko und das öffentlichkeitswirksame Gespräch auf der Messe können als Signal in Richtung Frankreich aber auch China gewertet werden, dass es neben Korea weitere Mitbewerber für den Ausbau des Schienennetzt in Marokko geben könnte. Welche Rolle ggf. die USA noch spielen könnten, ist noch unklar.

Marokko – Kosten von 75 Mrd. MAD für Hochgeschwindigkeitsstrecke Casablanca – Agadir möglich.

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