Marokko – Gedenken an das Unabhängigkeitsmanifest vor 75 Jahren.

Die Marokkanische Regierung richtet Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger.

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Mohammed
75. Jahrestag der Übergabe des Unabhängigkeitsmanifestes an die Besatzungsmächte

Unabhängigkeitsbewegung überreichte vor 75 Jahren, den Kolonialherrn ein Dokument mit der Forderung nach Unabhängigkeit.

Rabat – Heute vor 75 Jahren, am 11. Januar 1944, hatte die marokkanische Unabhängigkeitsbewegung einen ihrer wichtigsten Meilensteine. Nach Jahrzehnten der Besatzung durch Frankreich und Spanien, offiziell im Sinne eines Protektorats, unterzeichneten zahlreiche Vertreter der marokkanischen Eliten und sozialer Gruppen, gemeinsam mit dem Sultan Mohammed Ben Yusuf bzw. König Mohammed V., ein Manifest und übergaben es an alle Vertreter ausländischer Mächte im Land. König Mohammed V. verlas das Manifest öffentlich und setzte sich damit offiziell an die Spitze der Unabhängigkeitsbewegung. Heute erinnert man sich in Marokko an den Beginn einer politisch intensiven Phase im Streben nach Unabhängigkeit und dem Ende der Kolonialherrschaft. In Marokko ist der heutige Tag ein offizieller Feiertag.

Die Marokkanische Regierung richtet folgende Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger

(Quelle MAPÜbersetzung durch Maghreb-Post. Alle Rechte an der Übersetzung liegen bei Maghreb-Post.)

„Manifest der Unabhängigkeit: Eine Lektion in Geschichte und lebendigem Zugehörigkeitsgefühl

Die Verkündung des Unabhängigkeitsmanifests am 11. Januar 1944, an dessen 75. Jahrestag das marokkanische Volk an diesem Freitag erinnert, ist ein epochales Ereignis in der Geschichte des Königreichs, das die aufstrebenden Generationen auffordert, die Lehren aus der positiven Bürgerbeteiligung zu ziehen, um sich den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft unter der aufgeklärten Führung Seiner Majestät König Mohammed VI. zu stellen.

Dieses symbolträchtige Werk, das vom marokkanischen Volk geehrt und von der Familie der nationalen Bewegung, dem Widerstand und der Armee der Befreiung angeführt wurde, stellt die ideale Gelegenheit dar, die Kultur der Zusammengehörigkeit und Hingabe an die Nation unter den jungen Generationen zu würdigen.

Es ist auch eine Gelegenheit, den Männern und Frauen der nationalen Widerstands- und Befreiungsbewegung zu gedenken, die sich, ausgehend von einer festen Überzeugung von der Gerechtigkeit ihrer Sache, mit Leib und Seele geopfert haben, um das Land vom Joch des Kolonialismus zu befreien und die nationale Freiheit und Würde zu verteidigen.

Im Laufe seiner Geschichte war Marokko Schauplatz heroischer Kämpfe zur Verteidigung seiner Identität und Einheit und zur Niederlage der Pläne des Kolonisierers, der fast ein halbes Jahrhundert lang keine Mühe scheute, das Staatsgebiet zu erobern und das Land in Gebiete zu unterteilen, die zwischen dem französischen Protektorat in Zentralmarokko und dem spanischen Protektorat im Norden und Süden des Königreichs unterteilt waren.

Während es zunächst aufgrund dieser Situation schwierig war, das gesamte Staatsgebiet von der ausländischen Besatzung zu befreien, wurde diese Herausforderung, dank der enormen Opfer des Throns und des marokkanischen Volkes im langfristigen Kampf um Freiheit, Unabhängigkeit, Einheit und nationale Souveränität, gemeistert.

Zu den aufschlussreichsten Seiten in der Geschichte des nationalen Unabhängigkeitskampfes gehören der Aufstand gegen den „Berber-Dahir“ von 1930, die Vorlage eines Reformplans (1934 und 1936) durch das marokkanische Aktionskomitee, das als Keimzelle der nationalen Bewegung gilt, vor der französischen Regierung und die Vorlage des Manifests der Unabhängigkeit am 11. Januar 1944.

Unabhängigkeitsmanifest
Quelle MAP – Unabhängigkeitsmanifest Marokko 11. Januar 1944

Während dieser verschiedenen Stationen hatte Seine verstorbene Majestät Mohammed V., Vater der Nation und Held der Befreiung, nie aufgehört, das Gefühl des Widerstands der Marokkaner zu wecken und seine Ziele, seit seiner Thronbesteigung des Thrones seiner glorreichen Vorfahren am 18. November 1927, zu formulieren.

Der verstorbene Souverän nutzte die Konferenz von Anfa im Januar 1943, um die Frage der Unabhängigkeit Marokkos auf die Tagesordnung zu setzen und betonte die effektive Beteiligung marokkanischer Soldaten an der Seite der Alliierten (Anmerkung des Autors – gemeint ist der 2. Weltkrieg und der Kampf gegen Nazi Deutschland). Dank dieser Initiative wurde Sultan Mohammed V. von Präsident Franklin Roosevelt als Unterstützer der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten nach Kriegsende gewürdigt.

Im Januar 1944 war die Unterzeichnung des Unabhängigkeitsmanifests durch 67 Mitglieder der nationalen Bewegung, darunter eine Frau, und seine Übergabe an die Kolonialbehörden und Vertretungen von drei Mächten (Vereinigte Staaten, Großbritannien und die ehemalige Sowjetunion), in dem die Unabhängigkeit Marokkos beansprucht worden war, eine starke und klare Botschaft, die die kategorische Weigerung der Marokkaner zum Ausdruck brachte, weiterhin unter Vormundschaft zu leben, und den Wunsch einer ganzen Nation symbolisierte, den Lauf der Geschichte zu bereinigen.

Kampf gegen den Kolonialismus
König Mohammed V. fordert 1947 in Tanger den Rückzug Frankreichs aus Marokko

Das Dokument enthielt insbesondere Forderungen im Zusammenhang mit der allgemeinen Politik, einschließlich der Wiederherstellung der Unabhängigkeit unter der Führung des Souveräns Sidi Mohammed Ben Youssef, und die mit den betreffenden Ländern zu unternehmenden Schritte, um ihr (Unabhängigkeit) eine konkrete Form zu geben und diese insgesamt legitime Forderung in die Tat umzusetzen.

Die Unterzeichner forderten das Ende des Protektorats und den Übergang des Königreichs in die Unabhängigkeit in seine territorialen Integrität unter der Schirmherrschaft Seiner verstorbenen Majestät Mohammed V.

Das Gedenken an die Veröffentlichung des Unabhängigkeitsmanifests stellt somit einen Nationalstolz dar, der jungen und zukünftigen Generationen die Möglichkeit bietet, über die Lehren, Überlieferungen und den Wert der Königs- und Volksepen zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit und zur Erreichung der nationalen territorialen Integrität nachzudenken.“

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