Marokko – Im Berufungsverfahren Taoufik Bouachrine fordert Staatsanwaltschaft 20 Jahre Haft.

Urteil könnte höher ausfallen.

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Anschuldigungen
Anschuldigungen gegen den bekannten Journalisten erweitert.

Dem Journalist und ehemalige Chef von Akhbar Al-Yaoum, Bouachrine, droht eine höhere Haftstrafe, als in der ersten Instanz.

Casablanca – Die Staatsanwaltschaft hat im Berufungsverfahren gegen den Gründer und ehemaligen Herausgeber der Tageszeitung Akhbar Al-Yaoum, Taoufik Bouachrine, in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober eine 20-jährige Haftstrafe gefordert. Der für den Fall zuständige stellvertretende Staatsanwalt Mohamed Messaoudi beantragte zudem eine Geldstrafe von einer Million marokkanischer Dirhams MAD gegen den Journalisten. Die Verlesung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft dauerte, vor dem Berufungsgericht in Casablanca, drei aufeinanderfolgende Sitzungen. Sie fand in Abwesenheit des Angeklagten statt, der seit mehreren Tagen „einen Prozess ohne Garantien auf Gerechtigkeit“ boykottiert, so die Nachrichtenagentur AFP, die sich auf Aussagen der Verteidigung beruft. Von den Anwälten der Verteidigung heißt es, dass man noch nicht sicher sei, ob man formell auf die Anklageschrift erwidern wird.

Urteil könnte höher ausfallen.

Das Urteil wird nach den Schriftsätzen der Staatsanwaltschaft in den kommenden Tagen erwartet. „Er entschied sich zu entziehen, anstatt die Fragen des Gerichts zu beantworten und sich den Beweisen seiner Verurteilung zu stellen“, sagte Staatsanwalt Mohamed Kerrout. Der im Februar 2018 verhaftete 49-jährige ehemalige Redakteur der Tageszeitung Akhbar Al-Yaoum wurde im vergangenen November wegen „Menschenhandel“, „Machtmissbrauch zu sexuellen Zwecken“ (sexueller Nötigung), „Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung“ zu 12 Jahren Haft verurteilt. Anschuldigungen, die er immer zurückgewiesen hat, und behauptete, dass es sich, um einen „politischen Prozess“ handeln würde. Sollte das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft folgen und Taoufik Bouachrine zu 20 Jahren Haft verurteilen, würde seine Strafe, um deutliche acht Jahre ansteigen, was eine mehr als deutliche Verschärfung des bisherigen Urteils darstellen würde.

Marokko – Chefredakteur Bouachrine zu 12 Jahren Haft verurteilt.

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