Marokko – König initiiert Projekte zur Ausweitung der Sozialversicherungen.

Erste Phase soll vor allem Selbstständige und Menschen im informellen Sektor erreichen.

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König
Quelle MAP - König Mohammed VI. mit Maske

König Mohammed VI. gibt feierlichen Startschuss zum Ausbau der Sozialversicherungen im Palast von Fés

Fés – König Mohammed VI. saß am heutigen Mittwoch, den 14. April 2021, im königlichen Palast in Fés der Auftaktveranstaltung für das Projekt zur Verallgemeinerung des Sozialschutzes sowie der Unterzeichnung der ersten damit verbundenen Vereinbarungen vor.
Die ausgeweiteten Sozialversicherungen, die in ihren ersten Phasen zunächst Landwirten, Handwerkern, Gewerbetreibenden, Freiberuflern und Selbstständigen zugutekommen sollen, werden in den nächsten Jahren auf weitere Berufs- und Zielgruppen ausgeweitet.

Der Minister für Wirtschaft, Finanzen und Verwaltungsreform, Herr Mohamed Benchaaboun, gab dem marokkanischen König einen Überblick zur aktuellen Projektentwicklung und über die kommenden Schritte.

Marokko zieht Lehren aus den sozialen Folgen der Coronavirus – Pandemie.

Marokko zieht aus den Erfahrungen mit der Coronavirus – Pandemie und ihrer sozialen Folgen Konsequenzen.
Insbesondere bezogen auf den sog. informellen Sektor, der ca. 4,5 Mio. erwerbstätige Menschen ohne jeden sozialen Schutz umfasst, sollen neue solidarische Versicherungsstrukturen aufgebaut werden. Damit folgt die Regierung auch den Anweisungen des Monarchen, die er in seiner letzten Thronrede 2020 formuliert hat. Für Marokko ist dies eine bemerkenswerte Abkehr vom bisher neoliberalen Wirtschaft- und Sozialsystem, hin zu einem führsorglichen Staat durch beitragsgedeckte Sozialversicherungen.

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Diese Programme umfassen mehrere Komponenten:

  • Die Verallgemeinerung der obligatorischen Krankenversicherung, bis Ende 2022, zum Nutzen von 22 Millionen zusätzlichen Menschen, die von einer solchen Versicherung profitieren werden, die die Kosten für Behandlung, Medikamente und Krankenhausaufenthalt abdecken soll.
  • Die Verallgemeinerung der Familienzulagen in den Jahren 2023 und 2024 zugunsten der Familien, die nach den bisher geltenden Gesetzen keinen Anspruch darauf haben. Diese Familien werden je nach Fall von Pauschalbeihilfen oder Zuschüssen zum Schutz der Kinder vor Gefahren (Schulabbruch) profitieren, wobei 7 Millionen schulpflichtige Kinder betroffen sind.
  • Ausweitung der Mitgliederbasis der Rentensysteme auf etwa 5 Millionen Menschen, die beschäftigt sind und keine Rente beziehen, bis 2025.
  • Ausweitung der Leistung bei Arbeitsplatzverlust bis 2025, um alle Personen in stabilen Beschäftigungsverhältnissen zu erfassen.

Thronrede vom 29. Juli 2020 in Tetouan zum 21. Thronjubiläum in einer deutschen Übersetzung.

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