Marokko – Straßenausbau Meknés – Errachidia – Megaprojekt

Autobahn Meknés - Erraschidia verursacht Kosten von über 15 Mrd. MDH.

Straßenausbau
Mangelnde Infrastruktur behindert KMUs bei Investitionen.

Unternehmerverband fordert Maßnahmen für die Provinz Drâa – Tafilalet.

Errachidia – Am gestrigen Dienstag, den 06. Februar 2018, tagte in Erraschidia der marokkanische Unternehmerverband CGEM (Confédération Générale des Entreprises Du Maroc). Unter Leitung der nun scheidenden Verbandsvorsitzenden Miriem Bensalah-Cheqroun wurden die Potentiale der Region Drâa – Tafilalet diskutiert. An der Konferenz nahm auch Minister Abdelkader Amara teil. Der Unternehmerverband kritisiert die „Isolation“ der Region durch mangelnde Infrastruktur und ausbleibende Investitionen, insbesondere in den Straßenausbau.

Provinz Drâa-Tafilalet gehört zu den ärmsten Regionen Marokkos.

Die Region Drâa – Tafilalet ist eine 2015 neu geschaffene Provinz im Süd-Osten Marokkos. Sie grenzt nach Norden an das hohe Atlasgebirge, im Osten an Algerien, im Süden an die beginnende Wüste Sahara und im Westen an die Region Marrakech. Die Provinzhauptstadt ist Erraschidia. Die Bewohner sind eine Mischung aus Berbern (Imazigh) des Hohen Atlas, Sahraouis, Arabern und Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die Nachfahren verkaufter und verschleppter Sklaven sind. Die Menschen leben hauptsächlich von der Landwirtschaft (Datteln), Viehzucht und vom Abenteuertourismus. Die geographische Lage und die klimatischen Bedingungen, die seit vielen Jahren durch den Klimawandel negativ beeinflusst werden, haben die Entwicklung dieser Region erschwert. Gemeinsam mit der Region El Hajib, Khénifra, Azrou, Midelt gehört die Provinz Drâa – Tafilalet zu den ärmsten Regionen des Königreichs.

Drâa-Tafilalet
Quelle: Google Maps – Provinz Drâa-Tafilalet

Mangelnde Infrastruktur behindert KMUs bei Investitionen.

Der Unternehmerverband machte auf seiner Tagung deutlich, dass diese Region in ihrer Entwicklung stark behindert ist, weil keine signifikanten Investitionen in die Infrastruktur getätigt werden. Insbesondere fehlt der Ausbau bei Transportmöglichkeiten auf ausgebauten Straßen oder Schienen. Wer in die Region reisen will stellt fest, dass nur enge Landstraßen zur Verfügung stehen, die sich durch hohes Gebirge winden und teils noch aus Projekten aus der Zeit des französischen Protektorats stammen. Gerade die so wichtigen Kleinen und Mittelständigen Unternehmen (KMUs) werden so behindert.

Bau von Autobahnen und Schienenstrecken werden geprüft.

Der Minister für Infrastruktur und Transport stellte sich der Kritik auf der Tagung und erinnerte daran, dass mit ersten Planungen für neue Straßen und einer möglichen Zugstrecke im Jahr 2015 begonnen wurde. Dabei bereite man in Rabat erste Machbarkeitsstudien vor. Geprüft wird der Bau einer Autobahn von Meknés über Midelt nach Erraschidia. Ebenfalls prüfe man eine Autobahnverbindung von Marrakech über Ouarzazate nach Erraschidia. Ebenso werden Zugstrecken geprüft.

Autobahn Meknés – Erraschidia verursacht Kosten von über 15 Mrd. MDH.

Der Minister bestätigte zwar vorhandene Vorbereitungen aber gestand, dass es keinen Zeitplan gibt. Alleine die Machbarkeitsstudie wird Kosten in Höhe von 28 Millionen marokkanische Dirham (MDH) verursachen. Die Typographie ist bei der anscheinend favorisierten Strecke Meknés – Midelt – Erraschidia nicht einfach. Die Autobahn müsste den hohen Atlas überqueren. Dabei sind enorme Höhenunterschiede auszugleichen. Die Stadt Midelt, welche sich dann fast in der Mitte der Autobahn befindet, liegt auf über 1.500 m Höhe. Jetzt im Winter sind zahlreiche Straßen und Pässe der Region, nach ergiebigen Schneefällen, gesperrt. In der Vorstudienphase hat das Ministerium von Abdelkader Amara neun verschiedene Routen ausgewählt. Die geschätzte Länge beträgt 250 km für ein Budget von 15,6 Milliarden MDH. Die jetzige Strecke auf der Landstraße hat eine Länge von 325 km.

Anschluss der Region an das Schienennetz nicht vor 2040.

Das Ministerium prüfe auch eine Anbindung der Region an das Schienennetz Marokkos. Dazu werden zwei Schienentrassen geprüft. Geprüft wird die Strecke Meknes – Khénifra-Errachidia und die Schienenverbindung Marrakech – Ouarzazate. Doch vor dem Jahr 2040 könne man nicht mit einer Projektrealisierung rechnen.

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