Algerien – Außenhandelsdefizit vervielfacht sich.

Wichtigste Handelspartner sind Frankreich und China

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Außenhandelsdefizit
Außenhandelsdefizit angestiegen

Außenhandelsdefizit erreicht im Januar 2019 über 1,4 Milliarden US – Dollar.

Algier – Für Algerien wurden die aktuellen Zahlen zum Außenhandelsdefizits von der Regierung bekannt gegeben. Das Außenhandelsdefizit Algeriens erreichte im Januar 2019 über 1,44 Milliarden US – Dollar. Im Vergleichsmonat Januar 2018 betrug das Außenhandelsdefizit noch 45 Millionen US – Dollar. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg von 1,39 Milliarden US – Dollar. Das gab die zuständigen Behörde für Außenwirtschaft und Zollangelegenheiten am gestrigen Montag (18. März 2019) bekannt.

Exporte sanken um mehr als 38%.

Die algerischen Exporte sanken im Januar 2019 in ihrem Wert auf 2,4 Milliarden US – Dollar. Im Vorjahresmonat Januar 2018 erreichten die Exporte noch einen Wert von 3,8 Milliarden US – Dollar. Die Exporte brachen von ihrem Wert um ca. 38,3% ein, so das Centre national des transmission et du système d’information des Douanes (CNTSID) in seinem aktuellen Bericht. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahlen für den Januar 2019 noch als vorläufig zu betrachten sind. Die Zahlen für Januar 2018 sind aber endgültig.

Algerische Wirtschaft vom Export von Rohöl und Erdgas abhängig.

Die Kohlenwasserstoff-Exporte, bestehend vor allem aus Rohöl und Erdgas (kaum Kohle bzw. Braunkohle), machen weiterhin den größten Anteil am Exportvolumen Algeriens aus. Sie machten im Januar 2019 über 90% des Gesamtvolumens aus und erreichten einen Wert von 2,14 Milliarden US – Dollar. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 3,58 Milliarden US – Dollar. Die algerische Wirtschaft muss einen Einnahmeverlust von 1,44 Milliarden US – Dollar oder 40% verkraften. Die sog. Nicht-Kohlenwasserstoff-Exporte, die einen Anteil von rund 10% am Gesamtwert der Exporte halten und daher eine deutlich geringere Rolle spielen, sanken ebenfalls auf ca. 229 Millionen US – Dollar im Januar 2019, gegenüber 250 Millionen US – Dollar im Januar 2018 (ca. -8,4%).

Importe sanken leicht.

Die Importe gingen im Januar 2019 leicht zurück und erreichten ca. 3,8 Milliarden US – Dollar. Im Januar 2018 lagen sie bei 3,9 Milliarden US – Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von rund 2%. Bei den Importen lagen die Nahrungsmittelimporte im Januar 2019 bei 733 Millionen US – Dollar gegenüber 851 Millionen US-Dollar im Januar 2018 (-14%). Die Importe von Energieprodukten und Schmierstoffen (insbesondere Kraftstoffe) erreichten einen Wert von 59 Millionen US – Dollar (gegenüber 101 Millionen US – Dollar im Januar 2018). Die Importe sanken daher um mehr als 41%.

Die Ausfuhren deckten im Januar 2019 62% der Einfuhren ab, gegenüber 99% im Januar 2018.

Wichtigste Handelspartner sind Frankreich und China

Als wichtigster Kunde hat sich nun Frankreich positioniert und löst damit Italien ab, dass über Jahre Algeriens wichtigster Abnehmer von Rohöl und Gas gewesen ist.

So waren im Januar 2019 die fünf wichtigsten Kunden Algeriens: Frankreich mit 488 Millionen US – Dollar, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit 246 Millionen US – Dollar, die Türkei mit 206 Millionen US – Dollar, Großbritannien mit 195 Millionen US – Dollar und Italien mit 193 Millionen US – Dollar.

Bei den fünf führenden Lieferländern für Importgüter handelt es sich um China mit 726 Millionen US – Dollar, gefolgt von Frankreich mit 349 Millionen US – Dollar, Italien mit 331 Millionen US – Dollar, Deutschland mit 284 Millionen US – Dollar sowie Spanien mit 272 Millionen US – Dollar.

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