Algerien – Rückgang des Absatzes von Flüssiggas in Spanien.

Algerische Regierung reagiert auf Einnahmeausfälle durch Haushaltskürzungen.

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Tankschiff
Tankschiff

Algerien verliert Marktführerschaft im spanischen Gasmarkt an USA und Russland.

Madrid – Afrikas größtes Flächenland gerät immer weiter in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Durch die weltweite Coronavirus – Pandemie verlangsamte sich die wirtschaftliche Produktion, der Personenverkehr und letztendlich der Energiebedarf. Dies drückte sich zum einen in einer verringerten Nachfrage nach Energieträgern aus. Zum anderen viel der mit der Nachfrage verbundene Preis für Gas und Rohöl. Gerade Länder, die einen Großteil ihres Staatseinkommens aus dem Verkauf von fossilen Energieträgern erzielen, spüren die Folgend sehr deutlich. Unter diesen Ländern ist auch Algerien, das seit vielen Jahren der wichtigste Lieferant von Flüssiggas für Spanien ist. Wie spanische Medien nun berichten, hat Algerien seinen führenden Marktanteil in Spanien verloren.

Algerien verliert Marktanteile an die USA und Russland.

Der spanische Nachrichtensender El Confidential berichtete, dass Spanien sich im März an die USA und Russland gewandt habe, um sein verflüssigtes Erdgas (LNG) zu erwerben. Die USA und Russland brachten über Frachtschiffe mehr LNG nach Spanien als Algerien über die Medgaz-Gasinfrastruktur oder die Maghreb-Pipeline, so der spanische Nachrichtensender. Obwohl Spanien über langfristige Lieferverträge mit Algerien verfügt und bei Nichtabnahme von vereinbarten Gasmengen auch Vertragsstrafen zahlen muss, ist es anscheinenden für Madrid günstiger, nicht mehr in Algerien zu bestellen und sich breiter aufzustellen. Die aktuell sehr niedrigen Gas – und Rohölpreis wirken sich auf die seit 30 Jahren bestehende Position Algeriens, als wichtigster und führender Erdgaslieferant Spaniens, aus. Die Quellen aus der Industrie erklärten gegenüber der spanischen Zeitung, dass mehrere Betreiber es vorziehen, ihre Verträge zu brechen und sich auf anderen Märkten nach niedrigeren Preisen umzusehen, obwohl sie Strafen zahlen müssen, die in zuvor unterzeichneten Verträgen aufgeführt sind.

Spanien
Quelle Gasimporte im Jahr 2020. (Quelle: Cores)

Algerische Regierung reagiert auf Einnahmeausfälle durch Haushaltskürzungen.

Das nordafrikanische Land ist, wie auch die meisten Länder der OPEC, besonders von der aktuellen Lage am Energiemarkt betroffen. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Gas, machen zwischen 80-90% aller Exporterlöse aus. Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune nannte kürzlich in einen Interview eine Reihe von Maßnahmen, um finanzielle Schwierigkeiten zu vermeiden, und sagte, er habe mehrere Kreditangebote internationaler Institutionen wie des Internationalen Währungsfonds (IWF) abgelehnt, um die Souveränität des Landes zu erhalten. Tebboune kündigte auch eine Kürzung des Staatshaushalts um 50% an, da die internationalen Ölpreise eingebrochen wären.

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