Casablanca plant flächendeckende Verkehrsüberwachung

Über 500 Kameras sollen den Straßenverkehr in Casablanca kontrollieren.

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Casablanca Stau Verkehrsüberwachung
Staus in Casablanca machen Investitionen in Verkehrsüberwachung nötig

Über 500 Kameras sollen den Straßenverkehr in Casablanca kontrollieren.

Casablanca – Die größte Finanz- und Wirtschaftsmetropole Marokkos plant einen massiven Ausbau der Verkehrsüberwachung. Bisher sind in der ganzen Stadt ca. 60 Verkehrskameras im Einsatz. Mit ihrer Hilfe wurde bisher der Verkehrsfluss in der Stadt lediglich überwacht. Wie nun das Nachrichtenportal Bladi.net unter Berufung auf das Magazin Eco berichtet, ist es geplant die Anzahl der Verkehrskameras in den nächsten zwei Jahren zu vervielfachen. Nach Angaben des Stadtrats von Casablanca sollen noch in diesem Jahr weitere 200 Videokameras, an zahlreichen Verkehrsknotenpunkte, installiert werden. In den Jahren 2017 und 2018 soll dann die Anzahl der Überwachungskameras auf 500 steigen. Wie der Vizepräsident des Stadtrates von Casablanca Abdessamed Haiker gegenüber dem Magazin bestätigt, wurde das Verkehrsunternehmen Casa Transport mit der Installation und den Betrieb beauftrag.

Die Videoaufnahmen sollen in einem neuen Verkehrszentrum zusammenlaufen und von dortigen Mitarbeitern zur Verkehrssteuerung ausgewertet und genutzt werden. Die nordafrikanische Stadt am Atlantik ist das Wirtschaftszentrum des Königreichs Marokkos und zugleich auch die größte Stadt des Landes. Durch die wirtschaftliche Bedeutung der sog. „Weißen Stadt“ besitz sie ein sehr großes Einzugsgebiet. Daher ist die Verkehrsbelastung hoch. Der stetige Ausbau der Infrastruktur kann mit dem Wachstum der Stadt nicht mithalten. Auch Marokko leidet unter einer stetigen Landflucht und einer Bevölkerungswanderung vom Land in die Stadt. Casablanca leider seit Jahren unter einem sehr hohen Verkehrsaufkommen und zahlreichen Staus. Durch die neue Verkehrssteuerung soll der Verkehrsfluss verbessert werden.

Letztendlich wird die Stadt bzw. die Region Casablanca nicht um weitere Investitionen in die Infrastruktur herumkommen. Dazu gehören Investitionen in den Schienenverkehr und umweltfreundliche Busse. Noch idealer wäre, dass die Landflucht bekämpft wird und den Menschen eine wirtschaftliche Perspektive an ihrem Wohnort geboten wird. Das ist aber eine sehr große Herausforderung, da der Trend zum Stadtleben (Urbanisierung) weltweit zu beobachten ist. Mittlerweile leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land.

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