Fahrdienstvermittler Uber startet nun auch in Rabat.

Uber hat Touristen und wohlhabende Kunden im Fokus, aber nicht nur.

Uber
Uber startet in der marokkanischen Hauptstadt Rabat

Nach Casablanca startet Uber nun auch in der marokkanischen Hauptstadt Rabat.

Rabat – Das US-Amerikanische Unternehmen Uber ist ein weltweit tätiges Internetangebot und stellt Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung zur Verfügung. Dabei können Fahrgäste per App oder Website eine Personenbeförderung bestellen. Es gibt drei mögliche Formen.

Mit den Marken „UberX“ und „UberBlack“ werden Fahrgäste an Mietwagen mit Fahrer vermittelt, „UberPop“ vermittelt Fahrgäste an private Fahrer mit eigenem Auto und „UberTaxi“ vermittelt reguläre Taxis. Im Jahr 2015 stieg Uber erstmalig in den marokkanischen Markt ein. Der Startmarkt war Casablanca. Dies löste große Proteste bei den Taxifahrern der Wirtschaftsmetropole aus. Insbesondere weil durch „UberPop“ nun auch Privatleute Fahrdienste anbieten konnten und sich damit die Konkurrenzsituation verschärfte. Gleichzeitig wurde es für die Taxifahrer, wenn sie sich über „UberTaxi“ vermitteln ließen, schwieriger einen guten Gewinn pro Fahrt zu erzielen, den Uber verlangt bis zu 20% Provision. Der Unmut der Taxifahrer in Casablanca schlug auch in Gewalt gegen ihre Mitbewerber und Proteste gegen das Verkehrsministerium um.

Nun dehnt das Internetunternehmen aus San Franzisco sein Angebot auf die marokkanische Hauptstadt aus.

Uber in Casablanca
Taxifahrer gegen Uber in Casablanca

Uber hat Touristen und wohlhabende Kunden im Fokus, aber nicht nur.

Für die Nutzung der Uber-Dienste sind meist ein Smartphone, die passende App und eine Kreditkarte nötig bzw. sinnvoll. Wenn man einen Fahrdienst bestellt ist zwar auch grundsätzlich die Zahlung mit Bargeld möglich, aber durch die in der App integrierte Zahlungsmöglichkeit werden gerade Touristen eher elektronische Zahlungsmöglichkeiten nutzen. Uber hat dabei gerade die Touristen im Land als Zielgruppe im Fokus, die, wenn sie aus Europa, Asien und den USA stammen, bereits Erfahrungen mit Uber haben.

UBER sieht sich als Bereicherung und Unterstützer für den Personenverkehr in Rabat.

Gegenüber haffingtonpost Maroc äußerte sich die Generaldirektorin von Uber Marokko, Frau Meryem Belqziz, zum Engagement im Königreich. „Marokko, ein Reiseziel für Touristen und ein Land mit hohem Investitionspotenzial, kann nicht umhin, vor allem im Verkehrsbereich vernetzte und alternative Lösungen aufzubauen. Solche Lösungen stellen ein Instrument zur Verbesserung der Mobilität in der Stadt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen da“ Aus Sicht von Uber Maroc ist die Zielgruppe klar. „Während 40 % der Uber-Nutzer in Casablanca Touristen sind, die hauptsächlich aus Frankreich, den USA und China kommen, ist die Entscheidung von Uber, den Zugang zu seiner Plattform auf Rabat zu erweitern, durch den Wunsch motiviert, einen Beitrag zur Bereicherung des städtischen Nahverkehrsangebots für die breite Öffentlichkeit und Touristen zu leisten“, so Frau Belqziz weiter.

Potentiale für Uber sind groß.

Marokko hat tatsächlich die von Uber Maroc angesprochenen Probleme. Die Infrastruktur in den Großstädten ist im Bereich Transport ausbaufähig. Der öffentliche Personennahverkehr befriedigt den Bedarf nicht ausreichend. Trotz Investitionen in Busse und teilweise in den Schienenverkehr (Casablanca und Rabat) besteht weiterhin Bedarf, gerade an günstigen Transportmöglichkeiten. Daher spielen die sog. Petit-Taxis und die Grand-Taxis eine große Rolle. Gleichzeitig gibt es bereits jetzt im großen Umfang Privatpersonen die „schwarze“ Taxifahrten anbieten. Bei der schrittweisen und regionalen Erweiterung der Uber-Dienste profitiert das amerikanische Unternehmen von seinen Erfahrungen in Casablanca. Seit dem Start in 2015 haben sich, nach eigenen Angaben, ca. 500 aktive Fahrer registriert, die ca. 22.000 Fahrten durchgeführt haben. Laut Uber gegenüber Haffingtonpost Maroc werden pro Fahrer zwischen 15 – 20 Fahrten pro Tag durchgeführt. Pro Fahrt wird ein durchschnittlicher Umsatz von 35 marokkanische Dirham erzielt. Uber geht davon aus, dass ein durchschnittlicher Fahrer pro Monat ca. 12.000 marokkanische Dirhams an Umsatz erzielen kann. Frau Belqziz glaubt an ein Potential durch die Uber-Dienste bis zu 12.000 Vollzeitarbeitsplätze in Marokko schaffen zu können.

Marokkanische Behörden freuen sich stillschweigend über Uber.

Offiziell nimmt die Regierung die Proteste der regulären Taxifahrer ernst und zeigt Verständnis. Nicht zuletzt, weil zahlreiche Taxi-Lizenzen in der Hand wohlhabender Familien mit politischem Einfluss sind. Doch eigentlich hat die Regierung nichts gegen eine Neuordnung des Taximarktes. Ähnlich dem Argument von Uber sieht Marokko ebenfalls die Chance, dass Arbeitsplätze entstehen, ohne dass man als Staat dafür hat etwas tun müssen. Darüber hinaus bietet die technische Umsetzung durch Uber weitere Möglichkeiten. Die sog. „schwarzen Taxifahrer“ werden zu legalen Unternehmer, deren Aktivitäten man durch die Uber-Plattform zumindest teilweise nachvollziehen kann. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der Besteuerung interessant. Durch die Buchung und Zahlungsabwicklung über Uber sind die Transaktionen überprüfbar und werden zunehmend ohne Bargeld abgewickelt werden. Es gibt aber noch weitere Vorteile. Bei der Nutzung der Uber-App kann man sich als Fahrgast vor Fahrtantritt die Kosten vorab anzeigen lassen. Dabei berechnet die Uber-Software, anhand des Fahrtweges die Kosten. Die Transparenz bei den Fahrtkosten wird also gesteigert. Diese Funktion ist gerade bei Touristen und Ortsunkundigen sehr beliebt ist, weil sie weniger fürchten müssen betrogen zu werden. Darüber hinaus könnte auch ein Qualitäts- und Preiswettbewerb zwischen den Taxianbietern entstehen. In den USA und Europa sind die Preise von Uber meist niedriger als bei den „regulären“ Taxis und die Fahrzeuge meist höherwertiger. Auch die Fahrer sind mehr um den Kunden bemüht.

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