Marokko – 6,6% mehr Touristen und Einreisen im 1. HJ 2019.

Der Monat Juni lässt auf einen neuen Rekordsommer hoffen.

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Marrakech Menara Marokko
Flughafen Marrakech Menara Marokko

Juni 2019 weist 15% mehr Einreisen aus dem Ausland gegenüber Vorjahr aus.

Rabat – Insgesamt mehr als 5,4 Millionen Touristen und Gäste aus dem Ausland besuchten Marokko im ersten Halbjahr 2019. Das sind nach Angaben des Zolls und des Amtes für Tourismus 6,6% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei handelt es sich, bei dem Wachstumswert um eine gewichtete Rate, die sich aus den Besucherzahlen von Personen mit und Gästen ohne marokkanischer Nationalität bzw. Wurzeln zusammensetzt. Die Anzahl der Gäste ohne marokkanischer Staatsangehörigkeit (TES) bzw. ohne marokkanischen Wurzeln stieg um 6,2%. Die Einreisezahlen für Marokkanerinnen und Marokkaner mit ständigem Wohnsitz im Ausland, sog. MREs, stiegen um 7,1%.

Die wichtigsten Herkunftsländer weisen in diesem Zeitraum ebenfalls deutliche Zuwächse auf. Darunter Italien (+12%), Frankreich (+9%), Spanien (+8%), Deutschland (+8%), Holland (+7%), Belgien (+6%) und das Vereinigte Königreich (+6%).

Übernachtungszahlen in offiziellen Herbergen steigen.

Nicht jeder Einreisende kommt auch den auf den Tourismus ausgelegten Dienstleistern zugute. Gerade die MREs nutzen die Zeit ihres Aufenthalts gerne im Kreise ihrer Familien und nicht selten übernachten sie auch in Immobilien von Familienmitgliedern oder im eigenen Besitz. Dies scheint sich aber zu ändern. Daher hob das Amt für Tourismus in seinem Bericht die Entwicklung der Übernachtungszahlen in „klassifizierten Beherbergungsbetrieben“ hervor. Dazu zählen offizielle Hotels, Jugendherbergen und Riads. Nicht erfasst werden Ferienwohnungen bzw. -häuser. Die Gesamtzahl der Übernachtungen wuchs um 5% (+4,3% für TES und +8,5% für MREs).

Touristen
Hotel für Touristen

Marrakech und Agadir sind wichtigste Touristenzentren im Königreich.

Wichtigste Reiseziele in Marokko sind Marrakesch und Agadir. Beide Orte vereinen auf sich 58% aller registrierten Übernachtungen im ersten Halbjahr 2019. Dabei weist Marrakech ein Wachstum von 8% und Agadir ein Plus von 4% aus. Die Städte Tanger (+11%) und Fés (+4%) werden immer interessanter, folgen aber mit deutlichem Abstand.

Der Monat Juni lässt auf einen neuen Rekordsommer hoffen.

Allein im Juni stieg die Zahl der Einreisen von Touristen beider Gruppen gegenüber 2018 um 15% (+14,5% für TES und +15,3% für MRE). Die wichtigsten Herkunftsländer verzeichneten zweistellige Wachstumsraten, insbesondere Frankreich (17%), Spanien und Deutschland (14%), Italien (16%) sowie Belgien und Holland (15%). Gleichzeitig stieg das Übernachtungsvolumen in klassifizierten Betrieben im Juni um 25% (16% für ausländische Touristen und 51% für MREs). Geografisch gesehen verzeichneten die Reiseziele Marrakesch und Agadir einen Anstieg der Übernachtungen um 29% bzw. 15%. Auch Tanger, Casablanca und Fez verzeichneten ein deutliches Wachstum von 41%, 30% und 21%. Die Monate Juli und August sind in Europa die Hauptferienzeit. Wenn sich der Trend aus dem Juni fortführt, geht man in Marokko von einem neuen Rekordsommer aus.

Tourismus wichtiger volkswirtschaftlicher Sektor Marokkos und bedeutende Devisenquelle.

Marokko ist ein wichtiges Reiseland vor allem für Touristen aus Europa. Als Heimatland der MREs scheint es an Bedeutung nicht zu verlieren, obwohl gerade in Frankreich, Benelux und Deutschland bereits teils die dritte Generation von MREs lebt. Für Marokko ist die Einreise von Gästen, gleich mit oder ohne marokkanischen Wurzeln, eine der wichtigsten Einnahmequellen und Stütze der Volkswirtschaft, insbesondere für die so wichtigen Devisen. Die Devisenerlöse aus den Besuchen im Land erreichten, laut dem Amt für Tourismus, bis Ende Juni umgerechnet 32,7 Milliarden. marokkanische Dirhams MAD bzw. 3 Milliarden Euro*, was einem Anstieg von 4,2% gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 entspricht. Darüber wird sich die marokkanische Zentralbank sicherlich freuen, angesichts sinkender Werte für das marokkanische Wirtschaftswachstum und einem ansteigendem Außenhandelsdefizit.

*Wechselkurs Stand 9. August 2019

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