Marokko – Absichtserklärung im Schienenverkehr mit Paris unterzeichnet.

Französischer Premierminister bestätigt unterzeichnete Absichtserklärung.

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Premierminister
Premierminister El Othmani und Premierminister Philippe 12-2019 in Paris

Frankreich und Marokko beabsichtigen die Zusammenarbeit im Schienenverkehr auszubauen.

Paris – In Marokko ist der Ausbau des Schienennetzes, insbesondere die Erweiterung des Hochgeschwindigkeitsnetzes, vom König mit einer hohen Priorität versehen worden.

Die im November 2018 von König Mohammed VI. und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron eingeweihte TGV Verbindung (LGV), zwischen Tanger und Casablanca, war ein wichtiger Gesprächsinhalt zwischen den beiden Regierungschefs Marokkos und Frankreichs, bei den gestrigen 14. Regierungskonsultationen in Paris. Das Vorhaben, diese Strecke zu verlängern, von Casablanca über Marrakesch bis hin nach Agadir, wurde in der Tat zwischen Premierminister El Othmani und seinem französischen Amtskollegen Philippe angesprochen. „Die Bedeutung dieser erfolgreichen TGV-Kooperation zwischen Tanger und Casablanca wurde betont. Das bedeutet, dass die Zusammenarbeit erfolgreich ist. Und wir sind sehr zuversichtlich für die Zukunft“, sagte El Othmani in einer Erklärung nach dem Treffen.

Regierungskonsultationen
Französisch – Marokkanische – Regierungskonsultationen in Paris 12-2019

Französischer Premierminister bestätigt unterzeichnete Absichtserklärung.

Der französische Premierminister Edouard Philippe erklärte, dass am Vormittag des 19. Dezember 2019 eine „Absichtserklärung“ im Verkehrsbereich unterzeichnet wurde, mit dem Ziel „die Zusammenarbeit im Bereich des Eisenbahnverkehrs zu erweitern“. Für den französischen Premierminister ist der TGV „ein symbolträchtiges Themenfeld“ der Partnerschaft zwischen den beiden Ländern, „ein Jahr nach der Eröffnung der ersten Hochgeschwindigkeitsstrecke auf dem afrikanischen Kontinent zwischen Tanger und Casablanca“. „Sie haben mir gesagt, Herr Regierungschef, wie gut diese Verbindung funktioniert, dass sie gut angenommen wird und dass sie eine bemerkenswerte Servicequalität aufweist. Wir freuen uns natürlich sehr“, fügte er ohne nähere Angaben hinzu.

Mögliche Vorentscheidung zu Gunsten Frankreichs.

In Zusammenarbeit mit Frankreich, Katar und marokkanischen Investoren wurden mehr als zwei Milliarden Euro in die TGV-Strecken Tanger – Casablanca investiert. Bereits nach einem Jahr verkündete die marokkanisch – staatliche Eisenbahngesellschaft ONCF, dass der, nach einem mythischen geflügelten Pferd, aus dem für Muslime heiligen Koran, benannte Al Boraq Hochgeschwindigkeitszug, seine Betriebskosten einfahren würde. König Mohammed VI. hob das ohnehin schon definierte Ziel, eine erstmaligen Schienenverbindung zwischen Agadir und Marrakech zu bauen, auf eine höhere Prioritätsstufe. Durch die nun unterzeichnete Absichtserklärung könnte die Vorentscheidung zu Gunsten Frankreichs, als erneuten Kooperationspartner, gefallen sein. Eine Situation die Peking nicht erfreuen wird. Auch China hat sich als Partner angeboten und beruft sich auf eine ähnliche Absichtserklärung aus dem Jahr 2016. Bisher ist nicht bekannt, ob auch Deutschland sich an dem Wettbewerb beteiligen wird. In der Vergangenheit hat man Nordafrika überwiegen Frankreich überlassen.

Al Boraq
Marokkanischer Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq

Wirtschaftliche, politische und kulturelle Nähe beeinflusst Entscheidung.

Eine solche Absichtserklärung ist zwar noch kein Projektzuschlag, aber doch ein deutliches Zeichen. In Rabat scheint man dem Druck und dem Werben aus Paris nachzugeben, dass das Projekt unbedingt umsetzen will, auch um sich für weitere Länder auf dem afrikanischen Kontinent bewerben zu können. In Marokko möchte man zusätzlich die kulturellen Unterschiede zu China, bei einem so technisch komplexen Vorhaben, vermeiden. Für Marokko ist Frankreich der wichtigste Wirtschaftspartner und, neben den USA, eine wichtige Schutzmacht im UNO Sicherheitsrat. Hinzu kommt, dass man umfassend prüfen muss, ob es sinnvoll erscheint, auf unterschiedliche Bauträger und Kooperationspartner, bei einem eigentlich einheitlichen Hochgeschwindigkeitsnetz, zu setzen.

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