Marokko – Arbeitslosigkeit 2017 gestiegen.

Unterschiede je nach Geschlecht, Ausbildung und Alter.

Arbeitslosigkeit
Offiziell über 1 Million Marokkanerinnen und Marokkaner ohne Arbeit.

Arbeitslosenquote steigt auf 10,2%, ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 49.000 Menschen.

Rabat – Die Hohe Planungskommission HCP hat die aktuellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit in Marokko veröffentlicht. Für das Jahr 2017 ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 10,2 %. Im Vorjahr 2016 lag die Arbeitslosenquote bei 9,9 % und war erstmals seit vielen Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 10 % gefallen. Der gemessene Anstieg bedeutet, dass Marokko ca. 49.000 mehr Arbeitslose hat.

Marokkanische Wirtschaft hat mehr Jobs geschaffen, doch der Bedarf ist größer.

Nach Angaben der HCP hat das Wirtschaftswachstum im letzten Jahr zu neuer Beschäftigung geführt. Zwischen 2016 und 2017 schuf die marokkanische Wirtschaft 86.000 Arbeitsplätze, 32.000 in städtischen Gebieten und 54.000 im ländlichen Raum. Im Einzelnen wurden 42.000 Arbeitsplätze in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, 26.000 im Dienstleistungsbereich, 11.000 im Baugewerbe und 7.000 in der Industrie, einschließlich des Handwerks, geschaffen. Doch das deckte den zusätzlichen Bedarf nicht ab.

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Offiziell über 1 Million Marokkanerinnen und Marokkaner ohne Arbeit.

Im Jahr 2016 waren noch 1,167 Millionen Marokkanerinnen und Marokkaner ohne Arbeit. Im Jahr 2017 sind es nun 1,216 Millionen Personen. Hinter dem nationalen Durchschnittswert von 10,2 % verbergen sich einige Ungleichgewichte. In den urbanen Gebieten (Städten) liegt die Arbeitslosenquote bei 14,7 % (2016 14,2 %). Im ländlichen Raum liegt die offizielle Arbeitslosenquote bei nur 4%. Allerdings muss man dabei bedenken, dass auf dem Land die Registrierung der Arbeitslosen schwieriger ist und viele Menschen sich nicht arbeitslos melden. Sei es, weil sie sich selbst nicht als solche betrachten oder aus Scharm. Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass es eine hohe Anzahl von Menschen gibt, die ebenfalls arbeitswillig sind, aber nicht erfasst werden. Dazu zählen sicherlich viele Frauen, junge Männer und allgemein Personen, die sich in meist selbst finanzierten Fortbildungsakademien (z.B. Sprachschulen) weiterbilden.

Unterschiede je nach Geschlecht, Ausbildung und Alter.

Von der Arbeitslosigkeit sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Bei den Frauen liegt die Arbeitslosenquote bei 14,7 %. Bei Männern liegt die Quote bei 8,8 %. Auch das Alter hat Einfluss auf das Risiko ohne Arbeit auskommen zu müssen. Während bei Personen im Alter von 15-25 Jahren mehr als ein Viertel (26,5 %) keine feste Arbeit haben, liegt die Arbeitslosenquote bei Personen mit einem Alter über 25 Jahren bei vergleichbar niedrigen 7,7 %. Die Statistik zeigt auch auf, dass eine gute Ausbildung die Chance auf eine Arbeit nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Unter den Hochschulabsolventen finden sich 17,9 % ohne Arbeit wieder, während es nur 3,8 % bei den Personen ohne Hochschulausbildung sind. Sowohl Frauen als auch Hochschulabsolventen im Alter unter 25 Jahren sind besonders vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen (Frauen +0,6 %, junge Menschen +0,7 % und Akademiker +0,3 %).

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