Marokko – Ausweitung inländischer Produktion von Krebsmedikamenten

Eigene Produktionsstätte soll die Versorgung verbessern.

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Krebsmedikamente
Sothema Laboratories - Betreiber von Produktionsstätten für Medikamente in Marokko

Inländisches Pharmaunternehmen startet Produktion und will heimischen und afrikanischen Markt bedienen.

Casablanca – Sothema Laboratories startete am gestrigen Montag in Bouskoura eine neue Produktionsstätte für Krebsmedikamente. Das besondere ist, dass die gesamte Produktion auf Basis von Biotechnologie erfolgt. Das ist, nach eigenen Angaben, die erste Produktionsstätte dieser Art in Afrika. Die offizielle Einweihung des Standortes fand in Anwesenheit des Gesundheitsministers Anas Doukkali und seines Amtskollegen aus dem Ministerium für Industrie, Investitionen, Handel und digitaler Wirtschaft, Moulay Hafid Elalamy, statt.

Eigene Produktionsstätte soll die Versorgung verbessern.

Mit der Aufnahme der Produktion von Krebsmedikamenten in ihrem neuen Werk in Bouskoura, einem Vorort von Casablanca, sollen die Sothema Laboratories dazu beitragen, dass Marokko mehr Eigenständigkeit bei der Versorgung von Krebspatienten erlangt. Dabei hat man in Marokko nicht nur die marokkanischen Patienten im Blick. Man möchte von Casablanca aus, weitere Länder in Afrika beliefern. Das Unternehmen weist in seiner Presseerklärung darauf hin, dass durch eine Produktion in Marokko die Kosten für Krebsmedikamente sinken. Dadurch soll die Anzahl der Todesfälle sinken, weil sich Patienten die teuren Importmedikamente nicht leisten können. Ebenso will man im Handelsministerium die negative Handelsbilanz verbessern, da man jetzt weniger teure Krebsmedikamente importieren muss.

Unternehmen will weitere Standorte errichten.

Am Rande der Eröffnung kündigten die Sothema Laboratories an, dass man in zwei weitere Betriebsstätten investieren möchte. Zum einen möchte man biologisch abbaubare Infusionsbeutel herstellen. Damit sollen dann die Krebsmedikamente gleich in eigene Infusionsbeutel abgefüllt werden. Gerade Medikamente, die im Rahmen einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, müssen häufig über Infusionen und Infusionsbeutel verabreicht werden.

Zum anderen will man auch in die Energiegewinnung investieren. Dazu möchte man durch Bioabfälle, z.B. aus der Oliven- und Arganölherstellung, Ökostrom produzieren. Damit könnte man auch die Medikamentenproduktion umweltfreundlich und nachhaltig gestalten.

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