Marokko – Boykott in Marokko verlangsamt Danones Wachstum.

Danone erwartet kein baldiges Ende des Boykotts in Marokko.

Danone
Produkte Danone Marokko

Umsatzwachstum von Danone verlangsamt sich wegen des Boykotts in Marokko.

Paris/Casablanca – Ende dieser Woche gab der französische Lebensmittelkonzern Danone seine Zahlen für das weltweite Geschäft im zweiten Quartal 2018 bekannt. Nach Angaben des Konzerns habe sich das Umsatzwachstum im zweiten Quartal verlangsamt. Einflussfaktoren für diese Entwicklung sind Umsatzrückgänge bei Milchverkäufen infolge eines Verbraucherboykotts in Marokko und eines Lkw-Streiks in Brasilien. Damit hätte der seit Ende April anhaltende Boykott gegen Produkte der marokkanischen Tochter Centrale Danone mittlerweile Einfluss auf den Gesamtkonzern.

Weltweiter Umsatz steigt um 3,3%. Operatives Ergebnis bei rund 1,8 Mrd. Euro.

Das operative Ergebnis erreichte im ersten Halbjahr 1,784 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 7,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Der Umsatz stieg auf ca. 12,5 Mrd. Euro und damit um 3,3% im zweiten Quartal 2018. Das Umsatzwachstum lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten von 3,1%. Insgesamt verlangsamte sich das Wachstum gegenüber dem ersten Quartal 2017, das noch bei ca. 4,9% gelegen hatte, doch deutlich. Es liegt aber über dem der Konkurrenz von Nestlé. Nestlé weist, laut der Nachrichtenagentur reuters, ein Umsatzwachstum von 2,6% im zweiten Quartal aus. Für Danone positiv erwiesen sich die ungebremste Nachfrage nach Babynahrung in China sowie der weltweite Erfolg der Wasserprodukte.

Danone erwartet kein baldiges Ende des Boykotts in Marokko.

Danone ist weltweit der größte Hersteller von Milchprodukten. Zum Konzern gehören Marken wie Danone, Actimel, Activia und Yacult. In Marokko tritt man seit dem Kauf der Milchmarke Centrale unter dem Namen Central Danone auf und ist Marktführer im Segment der Molkereiprodukte, von der Frischmilch bis hin zur Butter und Jogurt. Der französische Konzern geht davon aus, dass sich der Boykottaufruf, der seit dem 20. April 2018 in den sozialen Netzwerken organisiert wird und sich gegen wahrgenommene überhöhte Lebensmittelpreise im Königreich wendet, sich auch auf das Ergebnis im zweiten Halbjahr auswirken wird. Darüberhinaus geht man in Paris davon aus, dass ein baldiges Ende des Boykotts nicht zu erwarten ist. „Wir gehen mit einem Geschäftsmodell in die zweite Jahreshälfte, das diesen Gegenwind ausgleichen kann“, sagte Finanzchef Cecile Cabanis laut reuters in einem Gespräch mit Journalisten.

Boykott in Marokko führt zu 40% Umsatzeinbruch.

Nach Angaben von Danone sei im zweiten Quartal der Umsatz in Marokko um rund 40% zurückgegangen, was sich wiederum negativ auf Danones essenziellen Geschäftsbereich für Molkerei- und Pflanzenprodukte ausgewirkt habe. Analysten von Bryan Garnier erwarten laut Market Watch, dass der Boykott das organische Umsatzwachstum des Unternehmens im Jahresverlauf um 0,8% Punkte schmälern wird. Im vergangenen Monat sagte der Generaldirektor von Danone, Emmanuel Faber, dass er die Entscheidung der Marokkaner respektiere, die beschlossen haben, die Marke nicht mehr zu kaufen, fügte aber hinzu, dass er „es zutiefst bedauert“.

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Boykott gegen drei Marken dauert an.

Seit dem 20. April 2018 wird in Marokko zum Boykott gegen drei Marken aufgerufen, die in ihren Bereichen Marktführer sind. Neben Centrale Danone sollen die Marokkanerinnen und Marokkaner auch das Mineralwasser Sidi Ali der Firma Oulmás und das Tanken bei der Tankstellenkette Afriquia meiden. Der in den sozialen Netzwerken organisierte Aufruf soll ein Protest gegen wahrgenommene überhöhte Lebenshaltungskosten sein. Die Protestbewegung wirft den drei Herstellern vor, ihre Marktmacht für die Durchsetzung hoher Preise zu nutzen. Darüber hinaus wird die enge Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik angeprangert.

Zu den Hintergründen finden sie hier mehr: Marokko – Boykott-Kampagne Unternehmen und Regierung stellen sich.

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