Marokko – Centrale Danone S.A. gibt Gewinnwarnung heraus.

Einbruch von Umsatz und Gewinn führen zur Gewinnwarnung. Drohender Jahresverlust von 150 Mio. MAD

Danone
Produkte Danone Marokko

Boykott lässt Umsatz und Gewinn beim französischen Konzern einbrechen.

Casablanca – Die Centrale Danone S.A. (Aktiengesellschaft), deren Aktien zu über 90% an der Börse in Casablanca gehandelt werden, gab eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr heraus. Dazu sind Aktiengesellschaften verpflichtet, wenn sich wesentliche Abweichungen von zuvor gemachten Äußerungen, veröffentlichten Prognosen oder Risiken für Aktionäre abzeichnen. Wie der Presserklärung, die Maghreb-Post vorliegt, zu entnehmen ist, hat der seit dem 20. April 2018 gegen die Produkte von Centrale Danone laufende Boykott, deutliche Spüren in der Bilanz des französischen Molkereikonzerns und Marktführers in Marokko hinterlassen.

Einbruch von Umsatz und Gewinn führen zur Gewinnwarnung. Drohender Jahresverlust von 150 Mio. MAD

Seit dem Beginn der Boykott – Kampagne hat das Unternehmen einen signifikanten Rückgang seiner Ertragslage hinzunehmen. Alleine für die bisherige Boykottzeit (ab dem 20. April bis dato) beläuft sich der Umsatzrückgang auf ca. 50%. Für das erste Halbjahr 2018 bedeutet dies einen Umsatzrückgang von ca. 20%. Sofern der Umsatzrückgang sich weiter ähnlich entwickelt, geht Centrale Danone S.A. von einem Jahresverlust von ca. 150 Mio. marokkanische Dirhams (MAD) aus. Im Jahr 2017 wies der Molkereikonzern noch einen Jahresüberschuss von 56 Mio. MAD aus. Daraus ergibt sich, dass die Boykott – Kampagne einen Schaden von über 200 Mio. MAD verursachen könnte.

Produktionsrückgang und Entlassung von bis zu 1.000 Mitarbeitern.

In seiner Presseerklärung und Börseninformation gab der Konzern bekannt, dass das Produktionsvolumen erheblich zurückgegangen ist. Die Aktionäre wurden darüber informiert, dass man durch den Boykott bereits gezwungen war, die Einkaufsmengen an Rohmilch um ca. 30% zu reduzieren. Aktuell beliefern ca. 120.000 landwirtschaftliche Betriebe Danone, die jetzt ebenfalls einen Umsatzrückgang, sofern sie nicht alternative Abnehmer finden, von ca. 30% verkraften müssen.

Ebenfalls bestätigte Centrale Danone S.A., dass man bereits weitere Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen hat. Der Boykott hat dazu geführt, dass der Konzern die Verträge von Leih- und Zeitarbeitern sowie von befristeten Arbeitsverhältnissen nicht verlängern konnte bzw. nicht verlängern kann. Nach marokkanischen Medienberichten sollen davon bis zu 1.000 Mitarbeiter von Centrale Danone S.A. betroffen sein. Die Zahlen wurden zwischenzeitlich auch vom Minister für Allgemeine Angelegenheiten und Regierungsführung, Lahcen Daoudi, bestätigt.

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Centrale Danone S.A. sichert seinen Aktionären weitere Maßnahmen zu, um die Rentabilität zu verbessern.

Neben den bereits erklärten Maßnahmen, sicherte Centrale Danone S.A. seinen Aktionären zu, weitere Schritte zu ergreifen, um die Ertragslage zu verbessern. Der Konzern sicherte zu alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen seine Kunden zufriedenzustellen und damit die Rentabilität wieder zu erhöhen. In der Erklärung heißt es weiter: „Centrale Danone hat immer zum Wohle der marokkanischen Verbraucher agiert, indem es den Sektor weiterentwickelt hat. Dies durch die Einführung von Qualitäts-, Hygiene- und Lebensmittelsicherheitsstandards in der Milchwirtschaft, die sich auf internationalem Niveau befinden. Das Unternehmen wird seine Entwicklungsambitionen weiter verfolgen, im Dienste der Verbraucher, für Innovationen und Qualität der Produkte.“

Regierung ruft zur Beendigung des Boykotts auf.

Die Regierung forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, die Boykott – Kampagne zu beenden, die die Existenz von 120.000 Bauern und deren ca. 600.000 Angehörigen bedroht.

Die Regierung warnte auch davor, dass Marokko durch den Boykott ausländische Investitionen verlieren könnte, was sich nach Angaben des Kabinetts negativ auf die gesamte Volkswirtschaft auswirken würde.

Die Befürworter des Boykotts wehren sich jedoch weiterhin und betonen, dass der Boykott erst dann endet, wenn das Unternehmen seine Preise senkt. Neben Centrale Danone S.A. sind Oulmés, mit der Marke Sidi Ali, und der Treibstofflieferant Afriquia von dem Boykott betroffen. Hier wurden noch keine Zahlen veröffentlicht.

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