Marokko – Centrale Danone verzeichnete 2018 einen Verlust von 538 Millionen MAD.

Boykott gegen Centrale Danone und weitere Marken wirkt weiterhin.

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Danone
Marokkanisch - französische Molkereiunternehmen Centrale Danone S.A.

Boykott-Kampagne führt zu einem Einbruch beim Nettoergebnis von 653 Mio. MAD

Der Molkereikonzern Centrale Danone, der in Marokko Marktführer ist, gab in diesen Tagen seine Geschäftszahlen für das vergangene Berichtsjahr 2018 bekannt. Für die Centrale Danone ist 2018 gleichbedeutend mit einem endlosen Tag des Entsetzens. Dies spiegelt sich in dem am 5. März von der Gesellschaft vorgelegten Jahresergebnis wider. Der Konzern verbuchte einen Jahresverlust von 538 Mio. MAD. Damit verlor das Unternehmen binnen nur eines Geschäftsjahres ca. 653 Mio. MAD oder ca. 60,10 Mio. €* im Vergleich zu 2017. Das Jahresergebnis brach um satte 568% ein.

Boykott schädigt Centrale Danone nachhaltig.

In einer Pressemitteilung der Gesellschaft heißt es, dass der nach dem Boykott, dem es seit dem Frühjahr 2017 ausgesetzt war, eingeleitete Kostensparplan, nicht alle Fixkosten gedeckt habe. Auch der Umsatz des Unternehmens wurde beeinträchtigt. Im Vergleich zu 2017 ist dieser um 27% gesunken und erreichte nur noch 4,76 Milliarden MAD oder 438,73 Mio. €*.

In seiner Pressemitteilung erklärt das Unternehmen ebenfalls, dass es „weiterhin alles daran setzt, die Bedürfnisse seiner Kunden zu erfüllen, indem es eine erschwingliche und weiterhin innovativer Marke bleibt“. Centrale Danone wies jedoch darauf hin, dass die Folgen des Boykotts noch zu spüren seien und kündigte vorsorglich an, dass „die Finanzergebnisse für das erste Halbjahr 2019 durch die Folgen dieser Krise weiterhin stark belastet sein werden“.

Boykott gegen Centrale Danone und weitere Marken wirkt weiterhin.

Die im April 2017 in den sozialen Netzwerken anonym gestartete Boykottkampagne, die auch gegen Afriquia-Tankstellen und die Mineralwassermarke Sidi Ali der Firma Oulmès gerichtet war, so weit wirkte, dass die Centrale Danone gezwungen war, bestimmte pasteurisierte Milchkartons um rund 10% günstiger anzubieten, um ein „ökonomisches Format“ zu schaffen, mit dem Ziel die Situation zu verbessern.

Das Unternehmen erwartet, dass sich dieser Abwärtstrend in der ersten Jahreshälfte 2019 fortsetzt. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss der ehemaligen Centrale und der französischen Danone und befindet sich zu 99,69% im Besitz des französischen Mutterkonzerns. Die wenigen Restanteile sollen sich im Besitz der AL MADA Holding befinden.

*Wechselkurs stand 7. März 2019

Marokko – Boykott-Kampagne Unternehmen und Regierung stellen sich.

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