Marokko – Das CMC prognostiziert Rezession.

Coronavirus und geringe Niederschläge wirken sich auf Landwirtschaft und Industriesektoren aus.

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BIP
Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung

Wirtschaft schrumpft prognostiziert um -3,2% in 2020.

Casablanca – Nachdem das marokkanische Wirtschaftszentrum, Centre marocaine de conjoncture CMC, ein Wachstum des Brutto Inlandsprodukt BIP zu konstanten Preisen von 0,8% vorausgesagt hat, hat es seine Prognose für 2020 aktualisiert. Das Zentrum prognostiziert nun eine voraussichtliche negative Rate des BIP in konstanten Preisen von -3,2%. Dabei hat natürlich die bisherige und weitere Entwicklung der Coronavirus – Pandemie auf die Prognose Einfluss genommen. Abgesehen von der unvorhersehbaren Entwicklung der Pandemie, haben weitere unabhängige Faktoren eine Neubewertung sinnvoll erscheinen lassen.

Das Wirtschaftswachstum wurde auf der Grundlage der folgenden Überlegungen abgeschätzt:

Die zentrale Annahme geht davon aus, dass der Gesundheitsnotstand Mitte des Jahres enden würde und dass die Erholung der Wirtschaft erst verzögert und langsam wieder einsetzen wird;

Die relativ trockene Landwirtschaftssaison 2019-2020 würde zu einem erheblichen Rückgang der Getreideproduktion um etwas mehr als 40 Millionen Doppelzentner führen;

Eine Senkung des Leitzinses der Bank Al Maghreb um einen Viertelpunkt hat voraussichtlich keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Realwirtschaft;

Die weitgehend entgegenkommende Steuerpolitik, die durch die Schaffung des Sonderfonds zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie eingeleitet wurde, und die aktive Solidarität der Marokkaner könnten durchaus den Konkurs zahlreicher Unternehmen verhindern und Arbeitsplätze retten;

Weitere Einflussfaktoren auf die marokkanische Wirtschaft

Bei der Prognose geht das Institut von weiteren und konservativ bewertetet Einflussfaktoren der Weltwirtschaft aber auch der Binnenwirtschaft auf Marokko aus. Einer der größten Ausgabeposten für das nordafrikanische Königreich stellt der Energiebedarf da, hier vor allem Erdöl und Erdgas. Das CMS geht von einem langsamen Anstieg der Rohölpreise aus. Hier wird im Mittel ein Preis von 50 US-Dollar pro Barrel für 2020 erwartet. Derzeit sind Preise von unter 20 US-Dollar am Weltmarkt gegeben. Die Prognose geht davon aus, dass die Inflation weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau verbleibt. Das CMC gehen ebenfalls davon aus, dass die Landeswährung in dem Maße, wie sich die Bandbreite möglicher Wechselkursschwankungen vergrößert, tendenziell gegenüber den beiden wichtigsten Währungen, dem Dollar und dem Euro, abwerten wird.

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