Marokko – Dramatischer Verlust an Arbeitsplätzen in Q2 – 2020

Deutliche Verluste in Landwirtschaft und Fischerei

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HCP
Chef der Hohen Kommission für Planung HCP Lahlimi

HCP meldet den Verlust von 589.000 Arbeitsplätzen durch Dürre und COVID-19

Rabat – Die Hohe Kommission für Planung (vergleichbar mit dem Statistikamt) hat aktuelle Zahlen zu den Folgen der Dürre und der COVID-19 Pandemie auf den Arbeitsmarkt veröffentlicht. Nach Angaben des HCP verlor die marokkanische Wirtschaft im zweiten Quartal 589.000 Arbeitsplätze aufgrund der neuen Coronavirus – Pandemie, des Gesundheitsnotstands und der Eindämmungsmaßnahmen.

Der Verlust der Arbeitsplätze ergibt sich aus verlorenen stellen in Höhe von 69.000 in städtischen und 520.000 in ländlichen Gebieten. In den letzten drei Jahren gab es gewöhnlich durchschnittlich in den Vergleichszeiträumen einen Anstieg an Neueinstellungen von 64.000 Arbeitsplätzen, betonte das HCP in einem Bericht zur Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Deutliche Verluste in Landwirtschaft und Fischerei

Dieser Arbeitsplatzverlust betrifft in erster Linie den Landwirtschafts- und Fischereisektor mit einem Verlust von 477.000 Arbeitsplätzen. Es folgen der Industrie- und Handwerkssektor (69.000 verlorene Arbeitsplätze), der Dienstleistungssektor (30.000 Arbeitsplätze) und der Sektor Bau und öffentliche Arbeiten (9.000 Arbeitsplätze).

Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit weiterhin größtes Armutsrisiko.

„Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 Jahre oder älter) wuchs im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 um 1,5%, verglichen mit einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung um 0,8%. Die Erwerbsquote ging zwischen den beiden Zeiträumen von 45,8 Prozent auf 44,8 Prozent zurück. Sie stieg in städtischen Gebieten von 41,8 Prozent auf 42,2 Prozent und ging in ländlichen Gebieten von 53,2 Prozent auf 49,6 Prozent zurück“, berichtet HCP.

Beschäftigungsquote sinkt ebenfalls deutlich.

Die Beschäftigungsquote sei auf nationaler Ebene von 42,1 Prozent auf 39,3 Prozent gesunken (-2,8 Punkte), heißt es in dem Bericht, wobei die Quote in ländlichen Gebieten von 51,6 Prozent auf 46 Prozent, in städtischen Gebieten von 36,9 Prozent auf 35,6 Prozent, bei Männern von 65,4 Prozent auf 61,8 Prozent (-3,6 Punkte) und bei Frauen von 19,5 Prozent auf 17,5 Prozent (-2 Punkte) gesunken sei.

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