Marokko – Erster Elektroroller aus marokkanischer Produktion

Marokko will Mobilität umweltfreundlich gestalten.

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Elektroroller
Quelle Obamotors - Ester in Marokko hergestellter Elektroroller

Unternehmen in Casablanca baut Elektroroller für den einheimischen und internationalen Markt.

Casablanca – Das nordafrikanische Land setzt auf regenerative Energie und baut dazu mehrere Solarstrom-Parks auf. Im Rahmen der Klimaziele von Paris will man auch den CO2 Ausstoß im Individualverkehr senken. Doch im Land selbst gibt es keinen rein marokkanischen Hersteller, der Fahrzeuge produziert und die besonderen Bedürfnisse des Landes und der Menschen berücksichtigt. Nun schickt sich ein Hersteller in Casablanca an, dies zu ändern. Die Firma Obamotors stellte den ersten in Marokko entwickelten und hergestellten Elektroroller vor. In einer Pressemitteilung des Unternehmens, die auf der Website von L’Observateur veröffentlicht wurde, heißt es, dass Obamotors damit einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der marokkanischen Wirtschaft, durch effiziente und umweltverträgliche Mobilität, leisten will.

Elektroroller soll 100 km Reichweite ermöglichen.

Das neue Modell mit dem Namen LIPO soll, nach Angaben des Herstellers, eine Reichweite von mehr als 100 km ermöglichen. Der Akku kann aus dem Fahrzeug entnommen werden und ist an jeder haushaltsüblichen Steckdose aufladbar. Der Roller wird mit einer dreijährigen Garantie angeboten. Das Unternehmen wirbt damit, dass die Kosten des Elektrorollers pro Kilometer nur ein 1/8 der Kosten betragen, die bei einem benzingetriebenen Roller anfallen. Damit würden nicht nur keine direkten Umweltabgase entstehen, sondern auch die Unterhaltskosten niedriger sein. Das Unternehmen hofft nicht nur auf den heimischen Markt. Der Roller ist auch für den Export geeignet, da er alle Anforderungen der europäischen und asiatischen Märkte erfüllen soll. Zielgruppe sind Lieferdienste, Mitarbeiter der Ordnungsämter und der Umweltpolizei sowie der Post. Aber auch Privatpersonen sollen sich mit dem Fahrzeug anfreunden können. Die Preise beginnen bei 19.900 marokkanische Dirham MAD (ca. 1.840,-€*). Das ist deutlich teurer als die konventionellen Roller am Markt.

Marokko will Mobilität umweltfreundlich gestalten.

Marokko setzt bei der Schaffung von Arbeitsplätzen auf die Industrialisierung und dabei auf die Automobilindustrie, aber die beiden größten Hersteller, Renault und Peugeot, bauen Fahrzeuge mit konventioneller Verbrennungstechnologie. Die marokkanische Regierung plant weiter, mit Hilfe von Investoren, in erneuerbare Energieträger zu investieren. Das Land leidet bereits unter dem Klimawandel und will seinen Verpflichtungen aus dem Klimaabkommen von Paris nachkommen. Dazu baut man in den Großstädten den öffentlichen Nahverkehr aus und investiert in neue Hochgeschwindigkeitsstrecken im Zugverkehr. Auch die Fahrzeugflotte der öffentlichen Hand soll schrittweise umgestellt werden. Rund ein drittel alle Fahrzeuge des Fuhrparks sollen auf Hybrid- oder Elektroantrieb umgestellt werden. Es fehlt aber noch der Aufbau einer Ladeinfrastruktur.

*Wechselkurs stand 3. Juli 2019

Marokko – Öffentliche Hand setzt auf alternative Antriebe.

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