Marokko – EU spricht mit AU über afrikanische COVID-19 Impfstoffproduktion.

Marokko möglicher Standort einer Impfstoffproduktionsanlage in Afrika

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Impfstoff
Produktion von Impfstoffen

Marokko als Standort für eine afrikanische Produktionsanlage für Impfstoffe möglich.

Brüssel – Die Europäische Union EU scheint im Gespräch mit der Afrikanischen Union AU zu sein, um die Möglichkeiten einer afrikanischen Produktionsanlage für eine COVID-19 Impfstoffproduktion abzuklären. Die Europäische Kommission ist womöglich bereit, sich an der Finanzierung einer Produktionsanlage für Impfstoffe zu beteiligen, die für Afrika bestimmt ist, sagte einer ihrer Sprecher am Donnerstag laut marokkanischen Staatsmedien. Die EU – Kommission hielte es für wichtig, dass Afrika eine unabhängige Impfstoffproduktionskapazität aufbaut. „Diese Infrastruktur wird über die Coronavirus-Pandemie hinaus benötigt“, erklärte der Sprecher und merkte an, dass „Gespräche zwischen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union zu diesem Thema im Gange sind.“
Der Sprecher der EU-Exekutive ergänzte, dass „die der Kommission zur Verfügung stehenden Finanzinstrumente, insbesondere der „Europäische Fonds für nachhaltige Entwicklung Plus (EFSD+)“, geeignet sind, öffentlich-private Partnerschaften im Allgemeinen und in diesem Bereich im Besonderen zu unterstützen“.

Marokko möglicher Standort einer Impfstoffproduktionsanlage in Afrika

Auf die Frage nach der Rolle, die Marokko im Hinblick auf seine Positionierung als Drehscheibe zum afrikanischen Kontinent spielen kann, um sowohl die wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas zu unterstützen als auch eine Plattform für Afrika zu sein, betonte der Sprecher, dass „für den Fall, dass pharmazeutische Unternehmen einen klaren und strukturierten Vorschlag machen würden, der alle Bedingungen einer zufriedenstellenden Produktionskette in Marokko erfüllt – einschließlich technischer, regulatorischer und lizenzrechtlicher Bedingungen – die Europäische Kommission sich an der Finanzierung einer Impfstoffproduktionseinheit im Königreich beteiligen könnte“.

Er wies auch darauf hin, dass die Europäische Kommission im Rahmen der Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie 456 Mio. € an bilateraler Hilfe mobilisiert hat, um den unmittelbaren gesundheitlichen und sozioökonomischen Bedarf in Marokko zu lindern.

Sinopharm COVID-19 Impfstoff für Produktion in Marokko vorgesehen.

Marokko ist bereits mit China im Gespräch, um eine Produktionsstätte für Impfstoffe aufzubauen. Mit dem chinesischen Hersteller Sinopharm Industrial Investment hatte man im Sommer 2020 ein Memorandum of Understandig unterzeichnet, dass neben der Beteiligung Marokkos an der Testung des Sinopharm Impfstoffes auch den Aufbau einer lokalen Impfstoffproduktion vorsieht.

Sinopharm
Chinesischer COVID-19 Impfstoff des Herstellers Sinopharm

Nahe Casablanca soll bisher ein bereits bestehendes Labor erweitert und für die Produktion des Sinophram Vaccine vorbereitet werden. Bisher hat die Produktion nicht beginnen können und auch von den 40 Millionen bestellten Impfdosen des chinesischen Impfstoffes haben Marokko erste ca. eine Million Einheiten erreicht. Derzeit ist Indien das weltweit wichtigste Zentrum der Medikamenten- und Impfstoffherstellung, mit allen Vorteilen und Risiken für Umwelt und Menschen.

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