Marokko – Gaspipeline Marokko-Nigeria wird von ECOWAS unterstützt.

Verhandlungen werden fortgeführt. Finanzierung noch nicht vollständig gesichert.

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Unterzeichnung eines „Memorandum of Understanding“ zwischen Marokko, Nigeria und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS

Rabat – Am gestrigen Donnerstag (15. September 2022) wurde in der marokkanischen Hauptstadt Rabat zwischen der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS), der Bundesrepublik Nigeria und dem Königreich Marokko ein „Memorandum of Understanding (MoU)“ über die Gaspipeline Nigeria-Marokko unterzeichnet.

Die Vereinbarung wurde von Sediko Douka, ECOWAS-Kommissar für Infrastruktur, Energie und Digitalisierung, Mallam Mele Kolo Kyari, CEO der National Nigerian Petroleum Company Limited (NNPC), als Vertreter Nigerias und Amina Benkhadra, CEO des Office National des Hydrocarbures et des Mines (ONHYM), als Vertreterin Marokkos unterzeichnet.

Damit nimmt die geplante über 6.500 km lange Pipeline, entlang der westafrikanischen Atlantikküste, eine neue politische und vielleicht auch wirtschaftliche Hürde. Die Nigeria-Marokko-Pipeline wird entlang der westafrikanischen Küste von Nigeria über Benin, Togo, Ghana, Côte d’Ivoire, Liberia, Sierra Leone, Guinea, Guinea-Bissau, Gambia, Senegal und Mauretanien bis nach Marokko verlaufen und soll zukünftig alle angeschlossenen Länder und letztendlich Europa mit nigerianischem Gas versorgen. Geplant ist auch, dass die Länder Niger, Burkina Faso und Mali, die keinen Zugang zum Atlantik haben, an das Netz angeschlossen werden können. Durch die Verlegung auf dem Meeresgrund sollen auch die Sicherheitsrisiken minimiert werden, die entlang einer Route durch die Sahelzone gegeben wären.

Verhandlungen werden fortgeführt. Finanzierung noch nicht vollständig gesichert.

Am vergangenen Dienstag (13. September 2022) berieten sich Mele Kyari, Vorstandsvorsitzender der Nigerian National Petroleum Company (NNPC Ltd), und Omar Alieu Touray, Vorsitzender der Kommission der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS), in Abujan zur Nigeria-Marokko Pipeline.

Dieser Besuch diente der Vorbereitung der für den 15. September 2022 in Rabat angesetzten Unterzeichnung des MoU.

Bei der Vorbereitung dieses wichtigen Abkommens zeichnete sich ab, dass die Société Mauretanienne des Hydrocarbures (SMH) und Petrosen aus Senegal sich am Projekt beteiligen könnten. Damit wäre die Marokko-Nigeria Pipeline ein für Westafrika auch politisch wichtiges integratives Projekt.

Nach seiner Fertigstellung würde die Pipeline rund 3 Milliarden Kubikmeter Gas pro Tag entlang der westafrikanischen Küste leiten können, so die NNPC Ltd, in einer aktuellen Presseerklärung

Die Gaspipeline Nigeria-Marokko, deren Bau 2016 in Abuja unter dem Vorsitz von König Mohammed VI. und dem nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari vereinbart wurde, ist ein gewaltiges Projekt. Seine Umsetzung steht daher vor vielen Hindernissen, meist finanzieller Art. Daher werden die Verhandlungen weitergeführt. Die Gesamtkosten werden in einem zweistelligen Milliarden Dollar Bereich geschätzt. Die neue Pipeline konkurriert dabei auch mit dem zwischen Algerien und Nigeria wiederbelebten Vorhaben, dass den Bau eine Pipeline auf dem Landweg durch die Sahelzone vorsieht und die algerischen Gasfelder mit den Quellen in Nigeria verbinden soll, um ebenfalls Europa besser versorgen zu können.

Marokko – NMGP Gaspipeline wird von Deutsch/Österreichischer ILF Beratungsgesellschaft und französischer DORIS Engineering unterstützt.

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