Marokko – HCP gibt BIP – Prognose für 2019 bekannt.

Wirtschaftswachstum in Marokko überwiegend durch landwirtschaftliche Produktion beeinflusst.

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Wirtschaftswachstum
Wirtschaftswachstum unter unsicheren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wirtschaftswachstum verlangsamt sich voraussichtlich auf 2,9%.

Casablanca – Nun hat auch die Hohe Kommission für Planung HCP ihre Wachstumsprognose für die marokkanische Wirtschaft im Jahr 2019 abgegeben. Die HCP erwartet, dass die marokkanische Wirtschaft im laufenden Jahr um 2,9 % wächst. Auf einer Pressekonferenz erläuterte der Chef der HCP, Ahmed Lahlimi Alami, warum man von einer leichten Abschwächung gegenüber 2018 ausgeht.

Unsicherheiten der Weltwirtschaft beeinflussen auch Marokkos Wachstum.

Die globale Wirtschaftslage dürfte 2019 durch eine Verlangsamung von allg. Wachstumsraten, geringere Investitionen und sinkenden Nachfragen gekennzeichnet sein, mit Instabilität an den Kapitalmärkten und Volatilität der Rohstoffpreise, insbesondere der Ölpreise, die aufgrund der erwarteten Produktionssteigerungen in den USA und der Unsicherheiten über die Fähigkeit der OPEC-Mitglieder, sich auf eine deutliche Verringerung ihrer Produktion zu einigen, sinken dürften, so Lahlimi auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der nationalen sozioökonomischen Situation im Jahr 2018 und ihrer Perspektiven für 2019.

Wirtschaftswachstum in Marokko überwiegend durch landwirtschaftliche Produktion beeinflusst.

Das Jahr 2018 war geprägt von einer guten landwirtschaftlichen Saison, dank gut verteilter Niederschläge in Bezug auf Zeit und Raum sowie einem „recht bescheidenen“ Anstieg der nichtlandwirtschaftlichen Produktion. Der Primärsektor (Landwirtschaft) hat den stärksten Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Die aktuelle Saison begann jedoch unter besonderen Wetterbedingungen, geprägt durch ergiebige Niederschläge. Aber dieser großzügige Niederschlag wurde durch ein allgemeines Defizit in Verbindung mit einer signifikanten Zunahme der Temperaturen im Dezember abgelöst. Vergleiche mit Verläufen in den letzten 30 Erntejahren lassen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 74 %, die Prognose zu, dass das Erntejahr 2019 mindesten ein durchschnittlich bis gutes Erntejahr wird. Berücksichtigt man die zunehmende Anzahl von künstlich bewässerten Anbauflächen und einer Erholung bei der Geflügelzucht, könnte sich der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2019 auf nur -0,4 % beschränken.

Nichtlandwirtschaftliche Produktion wächst nur langsam, Inflation sinkt.

Die nichtlandwirtschaftlichen Sektoren werden im Vergleich ihr Wachstum weiterhin mit „recht bescheidenen“ Tempo fortsetzt. Die Inflation wird von 1,7 % im Jahr 2018 auf 1,2 % im Jahr 2019 sinken. Dies kündigte der Hohe Kommissar für Planung an.

Inlandsnachfrage trägt Wirtschaftswachstum

Insgesamt wird das BIP – Wachstum, das 2,9 % betragen soll, von der Inlandsnachfrage getragen, wenn auch etwas langsamer als 2018. Infolgedessen wird erwartet, dass das Wachstum der Inlandsnachfrage von 3,9 % in 2018 auf 3,4 % im laufenden Jahr sinken wird. Der Beitrag der Auslandsnachfrage zum BIP – Wachstum dürfte jedoch weiterhin negativ bleiben und von einem Prozent im Jahr 2018 auf -0,8 % im Jahr 2019 fallen. Die Importe wachsen um 6,4 % (Vorjahr 6,1 %) und die Exporte wachsen nur mit 4,9 % in 2019 (Vorjahr 5,9 %).

Investitionsneigung und Sparquote sinken leicht.

Darüber hinaus wird erwartet, dass sich die Investitionsvolumina von 32,4 % des BIP im Jahr 2018 auf 32 % im laufenden Jahr verlangsamen, während die nationalen Spareinlagen im Jahr 2019 27,7 % des BIP erreichen dürften, verglichen mit 28 % im Jahr 2018. Infolgedessen wird der Finanzierungsbedarf der Wirtschaft steigen und 2019 ca. 4,7 % des BIP gegenüber 4,5 % im Jahr 2018 erreichen. Diesen Finanzbedarf muss das Land durch Neuverschuldung decken.

Staatsverschuldung steigt weiter an.

Die Gesamtverschuldung der Volkswirtschaft steigt aus Sicht der HCP weiter an. Es wird erwartet, dass diese von 82,2 % im Jahr 2018 auf 82,5 % im Jahr 2019 steigen wird.

Gesamtschulden
Quelle HCP – Verhältnis BIP zu Staatsschulden und Gesamtschulden in %

„Die Verschuldung nimmt zu, und wir müssen versuchen, die nationalen Sparguthaben durch eine gute Unterstützung und Verteilung der Haushaltseinkommen, der Unterstützung von KMUs, die Mobilisierung von marokkanischem Kapital, der Verbesserung in der Verwaltung, der Unterstützung der Verbraucher, durch Aktivierung der Zivilgesellschaft und der Unternehmen in ihren jeweiligen Bereichen, erhöhen, einschließlich einer Kampagne, durch die die Marokkaner mehr Produkte aus Marokko konsumieren und die Unternehmen mehr in produktive Sektoren investieren, um alle Investitionen in die Infrastruktur zu verstärken, was Marokko dann durch seine Qualitäten eine wichtige Attraktivität verleiht“, erläuterte Lahlimi weiter.

Staatsschulden
Marokkanische Staatsschulden steigen weiter an.

Zusammenfassung der wichtigsten Eckdaten:

Das nationale Wirtschaftswachstum wird für 2019 auf 2,9% prognostiziert, nach 3% im Jahr 2018 und 4,1% im Jahr 2017;

Moderate Wachstumsrate der nichtlandwirtschaftlichen Produktion von 2,8% im Jahr 2017 auf 2,9% im Jahr 2018 und 3,1% im Jahr 2019;

Die Wachstumsrate der primären Wertschöpfung sinkt 2019 auf 0,1% von 3,8% im Jahr 2018 und 13,2% im Jahr 2017;

Leichter Anstieg der Inflation, ausgedrückt durch das allgemeine Preisniveau, von 0,8% im Jahr 2017 auf 1,6% im Jahr 2018, bevor sie auf 1,2% im Jahr 2019 zurückfällt;

Rückläufige Rigidität des Handelsdefizits, das 2018 bei fast 18,3% des BIP und 2019 bei 18,1% liegen wird;

Die nationale Sparquote sinkt 2019 auf 27,7% des BIP von 28% im Jahr 2018 und 28,9% im Jahr 2017;

Verschärfung des Finanzierungsbedarfs der Wirtschaft von 3,7% des BIP im Jahr 2017 auf 4,5% im Jahr 2018, bevor er sich auf 4,3% im Jahr 2019 verringert;

Das Haushaltsdefizit lag 2018 bei 3,9% und 2019 bei 3,7%;

Leichter Anstieg der Gesamtschuldenquote von 82% des BIP im Jahr 2017 auf 82,2% im Jahr 2018 und 82,5% im Jahr 2019. Der Anteil des Staatsschulden würde von 65,1% des BIP im Jahr 2017 auf 65,8% im Jahr 2018 auf 66,1% im Jahr 2019 steigen.

Gesamtdokument mit der Prognose der HCP finden Sie hier.

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