Marokko – Huawei baut Logistikzentrum in Tanger.

Enge Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern und Regierung in Marokko geplant.

Huawei
Quelle Huawei: Chinesischer Technologiekonzern Huawei

Von Tanger aus will Huawei den afrikanischen Markt versorgen.

Rabat – Am Rande des Afrika-China-Forums Anfang der Woche ist es zu einem Gespräch zwischen dem marokkanischen Premierminister Sadd-Eddine El Othmani und dem Vizepräsidenten des chinesischen Technologiekonzerns Huawei gekommen. Wie jetzt bekannt wurde, hat es von chinesischer Seite eine Zusage für den Bau eines Logistikzentrums im marokkanischen Hafen Tanger Med gegeben.

Marokko attraktiver Standort für Huawei.

Aus Sicht des Huawei Vizepräsidenten Peng Zhongyang bietet Marokko eine optimale geographische Lage, eine hohe politische Stabilität, eine sehr reiche kulturelle Vielfalt und ein günstiges Umfeld für Unternehmen. Dies waren die Entscheidungsgründe für Marokko, die im Gespräch mit dem marokkanischen Regierungschef genannt wurden. Das neue Logistikzentrum wird in der Freihandelszone Tanger Med eingerichtet und soll vor allem als Umschlagszentrum für den afrikanischen Markt genutzt werden. Von hier aus will der chinesische Anbieter, vor allem von Kommunikationstechnologie, seine weiteren Aktivitäten in Afrika stärken.

Enge Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern und Regierung in Marokko geplant.

Für Marokko und für Premierminister El Othmani war das Treffen am Rande des Afrika-China-Gipfels eine Gelegenheit, die Vorzüge des Standortes Marokko vorzustellen, so die marokkanische Delegation in einer Stellungnahme. Wie H24 Le Figaro meldet, ging es aber bei den Gesprächen auch um die weitere Zusammenarbeit mit den Telekommunikationsanbietern im Königreich. Auch über Projekte im eGoverment soll gesprochen worden sein. Der chinesische Technologiekonzern ist mittlerweile, neben Nokia und Ericsson, der weltweit größte Netzausrüster und stellt auch in Marokko die Infrastruktur für Maroc Telecom, Orange und INWI. Marokko plant eine zunehmende Digitalisierung bei Behörden und Verwaltung. Dafür wird ebenfalls eine entsprechende Infrastruktur benötigt. Hier könnte Huawei unterstützen, da die Chinesen nicht nur mehr Funkanlagen, Internetkabel und Serverarchitektur liefern können, sondern auch Endgeräte.

Mobilfunk
Quelle Huawei – Mobilfunknetz Funkzelle

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Sicherheitsbedenken gegen chinesische Anbieter

Dem chinesischen Konzern weht gerade ein schwieriger Wind entgegen. Aktuell ist man bei Huawei zwar sehr erfolgreich bei der Produktion von Handys, dort hat man bei den Stückzahlen Apple überholt und ist Nummer zwei hinter Samsung, aber erste Regierungen äußern Sicherheitsbedenken beim Aufbau des sog 5G Netzes. Der Nachfolger des 4G bzw. LTE Standards wird als strategisch Entscheiden bei der Digitalisierung von Wirtschaftsstrukturen bewertet, z.B. bei Systemen des „Autonomen Fahrens“ oder dem sog. „Internet der Dinge“. Australien hat bei Ausschreibungen bereits Anbieter aus China ausgeschlossen, da man einen starken politischen Einfluss durch Peking, z.B. bei Huawei und ZTE, fürchtet. Selbst die USA diskutiert über eine mögliche Verstaatlichungen eines zukünftigen 5G Netzes, dass dann durch Telekommunikationsanbieter und Unternehmen genutzt werden kann. Erste Stimmen auch in Afrika warnen vor einem zu großen Einfluss Chinas auf die Regierungen des Kontinents.

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