Marokko – Informelle Arbeitnehmer sollen unterstützt werden.

Betroffene Personen müssen Daten über sich bereitstellen.

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Finanz- und Wirtschaftsminister
Mohamed Benchaaboun - Marokkanischer Finanz- und Wirtschaftsminister

Tagelöhner, Landarbeiter und andere nicht registrierter aber arbeitender Menschen sollen im Rahmen der Coronavirus – Solidarität unterstützt werden.

Rabat – Marokkos Wirtschaft ist zweigeteilt. Auf der einen Seite befindet sich die arbeitende Bevölkerung, die offiziell angestellt ist bzw. einem offiziellen Gewerbe nachgeht. Der formelle Wirtschaftssektor ist bekannt und durch die Behörden und Sozialkassen erfasst. Folglich ist es für die Regierung einfach, im Rahmen der Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Bekämpfung der Cornavirus COVID-19 Epidemie, Finanzhilfen zu gewähren. Doch es gibt auch den informellen Sektor. Ein nicht unbedeutender Teil der Wirtschaftsleistung wird im informellen Sektor bzw. in der Schattenwirtschaft erbracht. Darunter fallen nicht registrierte und unversicherte Tagelöhner, Wanderarbeiter, Handwerker und andere ohne formellen Arbeitsvertrag tätiger Menschen, z.B. Kellner in Cafés. Sie alle sind durch die Ausgangssperre in ihrer Existenz direkt bedroht und verfügen nur sehr selten über Rücklagen, um Verdienstausfälle aufzufangen.

Mobile Payment soll die Lösung sein.

Denn wenn die Entschädigung der Arbeitenden aus dem formellen Sektor durch die Register des CNSS ermöglicht wird, was ist dann mit der aktiven Bevölkerung, die nicht angemeldet und unter dem Radar verschwindet? Dieses heikle Thema, wurde bei der Sitzung des Ausschusses für wirtschaftliche Analysen am Montag, dem 23. März 2020, diskutiert. Nach Informationen des Nachrichtenmagazin Telquel haben die Ausschussmitglieder beschlossen, ein mobiles Zahlungssystem zu nutzen, um den im informellen Sektor tätigen Arbeitnehmern Hilfe zu überweisen. Dies ist ein Novum in Marokko, wo der Anteil der Mobilfunkgeräte über 100% liegt. „Die Idee lautete, einen einfachen, wirksamen Mechanismus zu finden, der schnell eingesetzt werden kann“, sagte eine Quelle, die dem Thema nahe stehen soll, dem Nachrichtenmagazin.

Betroffene Personen müssen Daten über sich bereitstellen.

Diesem „Mechanismus“ vorgeschaltet ist eine digitale Plattform, auf der Antragsteller verschiedene Informationen angeben müssen. Das kann die Identitätsnummer auf dem Personalausweis sein, die Telefonnummer und andere personenbezogene Daten. Betroffene werden auch ihre Bedürftigkeit erläutern müssen, um für staatliche Unterstützung in Frage zu kommen. „Der Mechanismus wird verfeinert werden, wenn Daten über die Zielpopulation gesammelt werden konnten“, sagte die nicht weiter genannte Quelle weiter.

Das Konzept erinnert an ein System, das in Kenia mit M-Pesa erprobt und getestet wurde.

Ausschuss steuert Entschädigungsmaßnahmen für Arbeitnehmer und Unternehmen.

Unter dem Vorsitz des Finanzministeriums und unter Beteiligung einer Reihe von Ministerien sowie von Vertretern des Unternehmerverbandes und der Sozialkassen entscheidet der Ausschuss über die Maßnahmen, die der Staat zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft einsetzt, um die Folgen des Kampfes gegen das Coronavirus COVID-19 abzuschwächen. Am Ende der ersten beiden Sitzungen des Ausschusses wurden die Maßnahmen des Staates bezüglich der Entschädigung der infolge der Krise entlassenen Mitarbeiter, der Übernahme der CNSS-Gebühren (Sozialbeiträge) für Unternehmen durch den Staat und der Verlängerung der Banklaufzeiten um ein verlängerbares Quartal angekündigt.

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