Marokko – INWI zieht Klage gegen Maroc Telecom zurück.

Urteil im Fall INWI gegen Maroc Telecom in der kommenden Woche erwartet.

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Telekommunikationsunternehmen INWI Maroc

Anteilseigner Al Mada Holding übt Druck auf Muttergesellschaft Wana aus.

Casablanca – Der marokkanische Telekommunikationsanbieter Wana, zu dem die Marke INWI gehört, hat völlig überraschend seine Klage gegen die Maroc Telecom zurückgezogen. Nach der gestrigen Sondersitzung des Aufsichtsrats gab das Unternehmen per Presseerklärung bekannt, dass man gegen den Marktführer, Maroc Telecom, juristisch nicht weiter vorgehen will. Das Unternehmen Wana hatte gegen die Maroc Telecom 2018 eine Klage eingereicht und über 5,7 Milliarden marokkanische Dirham MAD an Schadenersatz eingefordert. Die Wana sah sich bei der Entwicklung von INWI durch die Maroc Telecom behindert und warf dem ehemaligen Staatskonzern, an dem der Staat noch ca. 22% der Anteile hält, Missbrauch seiner Marktmacht vor. Wana hatte das Verfahren bereits so weit vorangetrieben, dass mit einem ersten Urteil in der kommenden Woche zurechnen gewesen ist. Für den 24. Februar 2020 war der nächste Gerichtstermin angesetzt. Beobachter schätzten die Erfolgschancen gut ein.

Al Mada Holding genügt die Strafe der Regulierungsbehörde.

In der Presseerklärung heißt es von Seiten Wana: Der Verwaltungsrat von Wana, der heute nach der Einberufung seines Mehrheitsaktionärs Al Mada zusammentrat, nahm die Entscheidung der Nationalen Regulierungsbehörde für Telekommunikation (ANRT) zur Kenntnis, Maroc Telecom wegen wettbewerbswidriger Praktiken auf dem Festnetzmarkt zu verurteilen“. Weiter heißt es: „Der Verwaltungsrat von Wana hat keinen Zweifel daran, dass die in diesem Zusammenhang getroffenen Maßnahmen und Unterlassungsanordnungen einen gesunden Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt, im Interesse der Verbraucher und Unternehmen und unter strikter Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften, wiederherstellen werden“.

Al Mada sieht Maroc Telecom ausreichend betraft. ANRT verurteilte Maroc Telecom zu 3,3 Milliarden MAD Strafzahlung.

In der vergangenen Woche verurteilte die marokkanische Regulierungsbehörde für Telekommunikation ANRT die Maroc Telecom zu einer Strafe von 3,3 Milliarden MAD, eben wegen Behinderung des Wettbewerbs auf dem Breitbandmarkt (Festnetz- u. schnelles Internet). Dagegen will Maroc Telecom noch Rechtsmittel einlegen.

Lese Sie auch: Strafe für Maroc Telecom in Höhe von 3.3 Mrd. MAD

Nun hat, nach Angaben von Wana, der Hauptanteilseigner, die Al Mada Holding, auf der gestern von ihr eingeforderten Sondersitzung des Aufsichtsrates, den Verzicht auf die Weiterverfolgung der Zivilklage durchgesetzt. Die Al Mada Holding befindet sich im Besitz der marokkanischen Königsfamilie und dem Hauptanteilseigner, König Mohammed VI. Sie ist nicht nur an Wana und damit an INWI beteiligt, sondern gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsakteuren in Marokko. Offensichtlich war man bei der Al Mada Holding der Auffassung, dass man der Maroc Telecom nicht zu sehr schaden sollte und die Maßnahmen der ANRT ausreichend seien.

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