Marokko – IWF bewertet Wirtschaftspolitik als solide.

IWF schätzt Haushaltsdefizit im Jahr 2019 auf 4%

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IWF
Internationaler Währungsfond IWF

IWF unterstreicht die Solidität der wirtschaftlichen Fundamentaldaten in Marokko.

Rabat – Eine solide Wirtschaftspolitik, solide wirtschaftliche Fundamentaldaten und Behörden, die sich zu umfassenden Reformen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Struktur verpflichtet haben. Dies sind einige der Feststellungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ein Team aus Washington hat in der vergangenen Woche seine Arbeit an der zweiten Überprüfung des Vorsorge- und Liquiditätslinienabkommens (LPL) für Marokko abgeschlossen. Der IWF hat Marokko einen Liqiditätsrahmen zur Verfügung gestellt, auf den das Land zurückgreifen kann, wenn es Finanzmittel benötigt, also eine Art Dispositionskredit. In regelmäßigen Abständen überprüft der IWF die Rahmenbedingungen für die Aufrechterhaltung des „Dispo-Kredits“. Seit Dezember 2018 gewährt der IWF Marokko einen Dispositionskredit in Höhe von rund 3 Mrd. US-Dollar. Die marokkanischen Behörden mussten diese Finanzmittel bisher nicht in Anspruch nehmen, sondern betrachten diese als Reserve.

IWF bewertet Wirtschaftsprognosen der Regierung

In einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag, am Hauptsitz des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen in Rabat, an der auch das marokkanische Wirtschaftsblatt Le Matin teilgenommen hat, erinnerten der Delegationsleiter des IWF, Nicolas Blancher, und sein Team, an einige der Wirtschaftsprognosen des Königreichs für das laufende Wirtschaftsjahr. Laut Experten des Bretton Woods Instituts (IWF) wird für 2019 ein Wachstum von 2,8% erwartet, die Inflation wird sich voraussichtlich auf 0,4% verlangsamen, während die Arbeitslosigkeit im dritten Quartal 2019 bei 9,4% und die Erwerbsquote bei 44,0% lag. „Das Leistungsbilanzdefizit wird sich voraussichtlich auf etwa 5,1% des BIP im Jahr 2019 verringern, und die internationalen Bruttodevisenreserven werden Ende 2019 voraussichtlich 25,5 Milliarden US – Dollar erreichen, was etwa dem Wert aller Importe für einen Zeitraum von 5,2 Monaten entspricht“, hieß es in der Presseerklärung des Fonds.

IWF schätzt Haushaltsdefizit im Jahr 2019 auf 4%

Das Team stellt ferner mit Befriedigung fest, dass die marokkanischen Behörden beabsichtigen, die Wechselkursregelung schrittweise zu lockern, was es der nationalen Wirtschaft ermöglichen wird, externe Schocks besser zu absorbieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Im Rahmen seiner Einschätzung für Marokko prognostiziert der IWF für das laufende Jahr ein Haushaltsdefizit von 4% des BIP. Dies wäre höher, als es der Finanzminister tut (ca. 3,6%). Dieses Niveau erklärt sich durch einen höheren Anstieg der Investitionen und höhere Sozialausgaben. In diesem Zusammenhang stellte das Fondsteam „mit Zufriedenheit fest, dass die Behörden beabsichtigen, die Haushaltsreformen in den kommenden Jahren zu beschleunigen, insbesondere durch die Umsetzung der Empfehlungen der Nationalen Konferenz über Steuern vom Mai 2019″, hieß es gegenüber der Presse weiter.

Staatsverschuldung soll sich wieder Richtung 60% des BIP entwickeln.

Die Bemühungen Marokkos, insbesondere die Optimierung der öffentlichen Vermögensverwaltung, die weitere Rationalisierung der Betriebsausgaben und die Stärkung der Effizienz der Investitionsausgaben, werden nach Ansicht von IWF-Experten mittelfristig die Staatsverschuldung weiter in Richtung des 60% am BIP Ziel senken. Diese Maßnahmen werden auch, den für öffentliche Investitionen und Sozialprogramme für benachteiligte Bevölkerungsgruppen benötigten Steuerspielraum, vergrößern, so die Experten weiter.

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