Marokko leidet unter Ernteausfällen

Geringere Getreideernte erwartet, Wirtschaftswachstum unter Druck.

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Ernteausfällen
Dürre - Ernteausfälle beim Getreide erwartet.

Geringere Getreideernte erwartet, Wirtschaftswachstum leidet unter Ernteausfällen.

Washington DC – Für Marokko wird mit Rückgängen und Ernteausfällen im Getreideanbau gerechnet. Wie sieht es mit der Eigenversorgung mit Weizen und Gerste in Marokko aus? Glaubt man den Ausführungen des Branchenportal Wold-Grain.com, das sich unter anderem mit der weltweiten Produktion von Weizen und Gerste beschäftigt, dann muss Marokko mit deutlichen Ernteausfällen rechnen. Für den Weizen rechnen die Branchenexperten mit einem Ertrag von 3,7 Mio. Tonnen für das Erntejahr 2015/2016. Für das Folgejahr 2016/2017 werden nur noch 2,8 Mio. Tonnen erwartet. Dies wäre, ein sehr deutlicher Rückgang von fast 1 Mio. Tonnen oder rund 27%. Etwas besser sieht es für die Gerste aus. Dort geht man von einem Rückgang in Höhe von 10% aus. Für das Erntejahr 2015/2016 wird ein Ertrag von 1 Mio. Tonnen angenommen. Für das Folgejahr rechnet man nur noch mit knapp 900.000 Tonnen. Das Portal beruft sich auf einen Bericht der Landwirtschaftsbehörde der USA, welcher Mitte Juni (18.06.2016) veröffentlicht wurde.

Niedrige Niederschlagsmengen sind die Ursache.

Die Ursache wird in der geringen Niederschlagsmenge während der Saatzeit gesehen. In wesentlichen Anbauregionen wie Chaouia (Sattat), Khouribga, Safi und El Jadida konnte die Saat erst Monate später ausgebracht werden, da der Boden lange Zeit zu trocken war. Auch das Folgefrühjahr hatte nicht genug Regen, womit der Ernteertrag nicht das gewohnte Maß erreichen kann. Zusätzlich haben viele Bauern auf die Produktion von Sonnenblumen gesetzt, was die Anbaufläche für Getreide nochmals kleiner werden lies. Vor diesem Hintergrund musste die marokkanische Regierung bereits die Prognose für das Wirtschaftswachstum (BIP) anpassen, Maghreb-Post berichtete darüber.

Marokko ergreift Dürre – Notfallmaßnahmen um die Landwirtschaft zu unterstützen.

Marokko hat noch weitere Maßnahmen ergriffen. Unter anderem wurde ein Anti-Dürre Notfallplan ins Leben gerufen. Durch diesen soll die einheimische Landwirtschaft unterstützt werden, in dem die Abnahmepreise per Dekret festgeschrieben und Schutzzölle für den Import von Getreide auf einen hohen Niveau festgelegt werden. Dies soll das Einkommensniveau der Landwirte stabilisieren, die durch den Ernteausfall auch Einkommensverluste erleiden. Das Königreich muss aber Getreide in erheblichem Maße importieren. Weizenbrot ist ein Hauptnahrungsmittel für die Bevölkerung und Gerste ein sehr wichtiges Futtermittel für Nutztiere. Marokko hat, entsprechend der Angaben der Behörde rund 17 Mio. Stück Schafe, 6,2 Mio. Ziegen und 3,2 Mio. Stück Rind. Der Wassermangel betrifft auch das Weideland, welches ebenfalls zurückgegangen ist. Damit muss Futter hinzugekauft werden. Das wird den Staatshaushalt erheblich belasten.

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