Marokko – Mega-Deal bei Düngemitteln mit Indien bahnt sich an.

Indien erwägt eigene Produktionsanlagen in Marokko zu errichten.

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OCP
Marokkanische OCP - Group - weltweit größter Anbieter für Phosphat

Indischer Minister Mansukh Mandaviya soll Reise nach Marokko zur Unterzeichnung neuer Abkommen für Phosphat und Düngemittel vorbereiten.

Neu-Delhi / Rabat – Die neue weltpolitische Situation seit dem Ausbruch des Handelskrieges zwischen den USA und China sowie dem Krieg in Europa zwischen Russland und der Ukraine haben einen Trend ausgelöst, bei dem die Globalisierung und weltweite Arbeitsteilung auch bei lebenswichtigen oder strategischen Gütern nun umgekehrt wird und Länder, deren Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmittel von verlässlichen Partnern und reibungslosen Lieferketten abhängig ist, streben nun nach Unabhängigkeit bzw. Selbstversorgung. Damit rückt die Landwirtschaft in Mitten der Klimakrise wieder in den Mittelpunkt der nationalen Strategien. Ein Schlüsselelement zur Ertragssteigerung und damit zur Verbesserung der Versorgungssicherheit sind Düngermittel.

Indien will Düngemittel oder Vorprodukte aus Marokko beziehen.

Nach indischen Medienberichten sei Indien an marokkanischen Düngemitteln interessiert und erwäge sogar, ein langfristiges Abkommen mit Marokko zu schließen. So unter anderem das indische Wirtschaftsmagazin Mint.

Neu-Delhi sei sehr daran interessiert, seine Versorgung mit natürlichem Phosphat, dem wichtigsten Rohstoff für die Herstellung von Diammoniumphosphat (DAP) und Kaliumnitratphosphat (KPN), zu sichern bzw. zu gewährleisten. Mansukh Mandaviya, der indische Minister für Chemikalien und Düngemittel, habe nach Angaben des Wirtschaftsmagazins mitgeteilt, dass das Abkommen voraussichtlich vor Ende Januar 2023 während eines Besuchs des Ministers in Marokko unterzeichnet werden wird. „Marokko verfügt über riesige Phosphorreserven. Deshalb werde ich am 13. und 14. Januar nach Marokko reisen, um eine Absichtserklärung zu unterzeichnen“, wird der indische Minister zitiert.

Mit der OCP Group gehört einer der weltweit größten Produzenten von Phosphat und chemischen Düngemittel bzw. Vorprodukten zu Marokko. Der Konzern gehört mehrheitlich dem marokkanischen Staat und der königlichen Investmentholding Al Mada. Angesichts der Größe des indischen Marktes bahnt sich hier für Marokko ein Mega-Deal an.

Indien erwägt eigene Produktionsanlagen in Marokko zu errichten.

Für indische Unternehmen sei der Besuch auch eine gute Gelegenheit, Investitionsmöglichkeiten für die Errichtung von Anlagen zur Herstellung von DAP und NPK zu erkunden, so das Wirtschaftsmedium weiter. Nach Angaben des Ministers können im Rahmen von Joint Ventures sowohl private als auch öffentliche Akteure an der Förderung, der Produktion und dem Transport von Düngemitteln nach Indien beteiligt werden.

Indien will sich weitere Bezugsquellen sichern, darunter Ägypten.

Um die Versorgung zu sichern, habe sich Indien für eine Strategie der Differenzierung der Käufe aus dem Senegal, Israel, Oman, Kanada, Saudi-Arabien, Jordanien sowie Ägypten entschieden, heißt es.

Nach Angaben des indischen Magazins seien die DAP-Lieferungen aus China aufgrund des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine zum Stillstand gekommen. Dies führte zu einem Preisanstieg bei den Rohstoffen, da Russland ein wichtiger Kaliproduzent sei.

Indien benötigt jedes Jahr etwa 43,5 Millionen Tonnen Chemikalien und Düngemittel. Das Land ist somit vollständig von Kali-Einfuhren abhängig, die in den letzten Jahren zwischen 2,4 und 4,7 Millionen Tonnen schwankten. Etwa 60% des indischen Bedarfs an Ammoniumphosphat wird importiert, so das Wirtschaftsmagazin zur Einordnung der Situation.

Marokko – OCP stellt König Investitionsplan 2023-2027 in erneuerbarer Energie und Düngemittelproduktion in Höhe von 13 Mrd. US-Dollar vor.

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