Marokko – Mobilfunk- und Breitbandinfrastruktur unterdurchschnittlich.

Investitionen in Mobilfunktechnologie nicht ausreichend.

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Internet
Internetnutzung vornehmlich via Mobilfunk

Weltweiter Vergleich führt Marokko auf Platz 61 und in Nordafrika auf Platz 3.

Shanghai – In regelmäßigen zeitlichen Abständen untersucht der chinesische Technologiekonzern Huawai die Ausstattung mit Mobilfunk und schnellem Internetzugang in 79 Ländern. In diesen Tagen hat das Unternehmen seinen „The Global Connectivity Index (GCI)“ für 2019 veröffentlicht. Der Index weist Marokko im weltweiten Vergleich Platz 61 von 79 zu, wenn es um den Zugang zu schnellem Internet, über Breitbandanschlüsse oder dem Mobilfunkstandard 4G (LTE), geht. Der Index basiert auf 40 verschiedenen Indikatoren, darunter IT-Infrastruktur, digitale Transformation und Wettbewerbsfähigkeit sowie Potenzialwachstum.

Marokko erzielte 36 von 120 Punkten und lag damit deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 51,08 Punkten. Kleines Trostpflaster ist die Position im rein afrikanischen Vergleich. Hier erreichte Marokko Platz 3, hinter Südafrika (Platz 52) und Ägypten (Platz 58).

Investitionen in Mobilfunktechnologie nicht ausreichend.

Der Bericht bescheinigt zwar dem nordafrikanischen Königreich, dass es in den letzten Jahren in seine Mobilfunk- und Breitbandinfrastruktur investiert hat. Aber man liege in dem Land weiterhin unter dem weltweiten Durchschnitt. Gemeinsam mit Südafrika hat Marokko eine der besten 4G – Abdeckungen in Afrika, mit 60% der Landesfläche, die von der 4G – Mobilfunktechnologie abgedeckt wird“, heißt es im Bericht. „Die mobilen Breitbandabonnements haben sich um 2 Punkte verbessert, ebenso wie die Verbreitung von Smartphones, auch wenn Breitband in diesem Jahr immer weniger erschwinglich wurde. Auch die Internetnutzung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen“, so der Index.

Mit dem „Digital Plan 2020“ will das Königreich bis zum kommenden Jahr eines der drei wettbewerbsfähigsten Länder in der MENA-Region für seine IT-Infrastruktur und sein Geschäftklima werden.

Mobilfunk
Quelle Huawei – Mobilfunknetz Funkzelle

Marokko könnte im Vergleich weiter ins Hintertreffen geraten.

In dem Bericht wird betont, dass Marokko zwar ein afrikanischer Marktführer im Bereich des mobilen 4G-Breitbands ist und immer mehr Teilnehmer Zugang zu 4G-Netzen haben, das Land jedoch erst 2022 5G erhalten wird. Aus der Studie heraus wird dem nordafrikanischen Land empfohlen, „seine digitale Infrastruktur weiter ausbauen, die Online-Inhalte zu verbessern, den Zugang der Bürger zum Breitband, mit Schwerpunkt auf der Entwicklung digitaler Fähigkeiten, zu erweitern und lokale Dienstleister bei der Entwicklung des IT-Marktes und dem Aufbau von Potenzial zu unterstützen“.

Mobilfunk
Quelle Huawei – Global Connectivity Index 2019 Ranking und Einordnung

USA weiterhin an der Spitze des Rankings

Auf globaler Ebene rangieren in dem Bericht die Vereinigten Staaten an erster Stelle, gefolgt von der Schweiz, Schweden, Singapur und Dänemark. In der MENA-Region lagen die Golfstaaten besser als die nordafrikanischen Nationen, wobei die VAE weltweit auf Platz 23 lagen, gefolgt von Bahrain (40. Platz), Oman (42. Platz), Saudi-Arabien (43. Platz) und Kuwait (46. Platz). Unter den Maghreb-Staaten wurde neben Marokko nur noch Algerien bewertet. Algerien rangiert auf Platz 68. Huawei als Initiator der Studie ist der weltweit größte Anbieter und Ausrüster für Mobilfunk- und Breitbandinfrastruktur. Neben seiner Marktübersicht, die eine solche Studie begünstigt, besteht bei dem chinesischen Konzern ein wirtschaftliches Interesse, dass Länder Investieren.

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