Marokko – Netto-Arbeitsplatzverlust von 58.000 Stellen in einem Jahr.

Erwerbs- und Beschäftigungsquote sinken ebenfalls leicht.

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Arbeitnehmer
Arbeitnehmer in der Industrie

Arbeitslosenquote sinkt leicht. HCP gibt Zahlen zum marokkanischen Arbeitsmarkt 1. Quartal 2022 bekannt.

Rabat – Es ist eine durchwachsene Bilanz, die die Hohe Kommission für Planung zum marokkanischen Arbeitsmarkt im 1. Quartal 2022 bekannt gegeben hat.

Die marokkanische Wirtschaft hat zwischen dem ersten Quartal 2021 und dem ersten Quartal 2022 58.000 Arbeitsplätze verloren. Dieser Verlust ergibt sich aus dem Saldo der Schaffung von ca. 90.000 Stellen in städtischen Gebieten und dem Verlust von 148.000 Stellen in ländlichen Gebieten, nach einem Verlust von ca. 202.000 Stellen ein Jahr zuvor, so die HCP.

Die Arbeitslosenquote geht leicht zurück.

Die Arbeitslosenquote sank von 12,5% (Q1-2021) auf 12,1% (Q1-2022). Damit verzeichnete sie sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten einen Rückgang von 5,3% auf 5,1% bzw. von 17,1% auf 16,3%.

Die Zahl der Arbeitslosen sank somit zwischen dem ersten Quartal 2021 und dem ersten Quartal 2022 um 68.000 Personen von 1.534.000 auf 1.466.000 Arbeitslose. Dieser Rückgang betrug in absoluten Zahlen ca. 52.000 in städtischen und ca. 16.000 in ländlichen Gebieten.

Die Arbeitslosenquote sank bei den Frauen um 0,2 Prozentpunkte auf 17,3%, während sie bei den 15- bis 24-Jährigen um 0,9 Prozentpunkte auf 33,4% anstieg, vor allem in den Städten (47,7%).

Im Gegensatz dazu stieg die Arbeitslosenquote bei den Hochschulabsolventen um 0,5 Prozentpunkte auf 26,7%. Der größte Anstieg war bei den Fach- und höheren Technikern zu verzeichnen (+3,2 Prozentpunkte auf 35%), gefolgt von den Inhabern höherer Abschlüsse von Fakultäten (+1,2 Prozentpunkte auf 28,6 %) und höheren Abschlüssen von Schulen und Instituten (+0,8 Prozentpunkte auf 9%).

Die Arbeitslosenquote der Absolventen mit mittlerem Abschluss ging von 16,1% auf 14,4% zurück. Dieser Rückgang war bei den Absolventen von Berufsschulen am stärksten (-2,6 Punkte auf 22,3%).

Regionen unterschiedlich von Arbeitslosigkeit betroffen.

Gleichzeitig sind fast drei Viertel der Arbeitslosen (73,2%) in fünf Regionen konzentriert, nämlich Casablanca-Settat (26,8% Arbeitslose), Fes-Meknes (14%), Rabat-Salé-Kénitra (11,6%), Oriental (11,0%) und Tanger-Tétouan-Al Hoceima (9,7%).

Die höchsten Arbeitslosenquoten sind in der Region Oriental (20,2%) und in den südlichen Regionen (19,6%) zu verzeichnen. Zwei weitere Regionen übertrafen den nationalen Durchschnitt (von 12,1%), nämlich Fes-Meknes (14,6%) und Casablanca-Settat (14,5%). Die Regionen Béni Mellal-Khénifra, Drâa-Tafilalet und Marrakech-Safi verzeichneten 9,4%, 9% bzw. 6,8%.

Erwerbs- und Beschäftigungsquote sinken ebenfalls leicht.

Die Erwerbsquote sank zwischen dem ersten Quartal 2021 und dem gleichen Zeitraum 2022 um einen Prozentpunkt auf 44,5%. Dieser Rückgang ist auf Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung um 1% und den Anstieg der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 Jahre und älter) um 1,4% zurückzuführen. Der Rückgang ist in ländlichen Gebieten stärker ausgeprägt (-1,8 Prozentpunkte auf 49,3%) als in städtischen Gebieten (-0,7 Prozentpunkte auf 41,9%).

Die Beschäftigungsquote sank auf nationaler Ebene ebenfalls auf 39,1%. In den Städten ging die Beschäftigungsquote leicht um 0,2 Prozentpunkte zurück (von 35,3% auf 35,1%), während sie auf dem Land um 1,6 Prozentpunkte sank (von 48,4% auf 46,8%). Außerdem sank sie bei den Männern auf 62,3% und bei den Frauen auf 16,6%.

Fünf Regionen beherbergen mehr als 70 % der Erwerbstätigen.

Laut dem Bericht der HCP leben in fünf Regionen 72,3% aller Erwerbstätigen im Alter von 15 Jahren und älter.

Die Region Casablanca-Settat steht mit 22,2% Erwerbstätigen an erster Stelle, gefolgt von Rabat-Salé-Kenitra (13,4%), Marrakech-Safi (13,0%), Tanger-Tétouan-Al Hoceima (12,1%) und Fès-Meknes (11,6%), heißt es in dem Bericht.

Vier Regionen weisen eine Erwerbsquote auf, die den nationalen Durchschnitt (44,5%) übersteigt, so die HCP. Es handelt sich um Tanger-Tetouan-Al Hoceima (50,8%), Casablanca-Settat (46,8%), Béni Mellal-Khénifra (44,7%) und Marrakech-Safi (44,6%). Unter dem nationalen Durchschnitt lagen die Quoten hingegen in den Regionen Fes-Meknes (42,4%), Oriental (41,8%) und Souss-Massa (38%).

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