Marokko – Neu Zahlen zum Arbeitsmarkt bekanntgegeben.

Mehr als eine Million Menschen ohne Arbeit.

HCP
Chef der Hohen Kommission für Planung HCP Lahlimi

Jugendarbeitslosigkeit weiterhin auf einem hohen Niveau.

Rabat – Die Hohe Kommission für Planung (HCP) hat die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt in Marokko bekanntgegeben. Danach sank die aktuelle Arbeitslosenquote leicht. Im Vergleich zum dritten Quartal 2017 mit einer Arbeitslosenquote von 10,7% liegt die aktuelle Quote für das dritte Quartal 2018 bei glatten 10%. Laut der HCP wurden 122.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon 118.000 Stellen in städtischen (urbanen) Gebieten und 4.000 in ländlichen Regionen.

Arbeitslosenquote
Quelle HCP – Nettoarbeitsplatzentwicklung 3. Quartal 2018

Dienstleistungssektor und Industrie wachsen.

Auf den Dienstleistungssektor und die Industrie, einschließlich des traditionellen Handwerks, entfielen ca. 98.000 bzw. 19.000 neue Arbeitsplätze. In der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei entstanden ca. 9.000 Arbeitsplätze. Einen Rückgang von ca. 4.000 Arbeitsplätzen wurde im Baugewerbe und im öffentlichen Dienst registriert.

Mehr als eine Million Menschen ohne Arbeit.

HCP berichtet, dass es im dritten Quartal 2018 mehr als eine Million Arbeitslose gab. Dabei ist zu beachten, dass es sich hier nur um die registrierten und damit öffentlich bekannten Arbeitslosen handeln kann. Auf nationaler Ebene sank die Zahl der Arbeitslosen, um ca. 64.000 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Arbeitslosenquote in den Städten sank von 14,9% auf 14,3%. In den ländlichen Gebieten sank sie von 4,6 Prozent auf 3,9 Prozent. Es ist mit einer signifikanten Dunkelziffer zu rechnen, da gerade Frauen sich häufig nicht registrieren lassen, sondern innerhalb der Familie Unterstützung finden. Gleichzeitig sind auch nicht alle Beschäftigungsverhältnisse registriert, da der Anteil der Schattenwirtschaft in Marokko relativ hoch ist.

Junge Menschen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen.

Unter den Erwerbsfähigen sind nach wie vor jüngere Menschen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen liegt vergleichsweise hoch bei ca. 27,5%. Eine gute Ausbildung schützt nicht vor Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosenquote bei (gut) ausgebildeten Menschen liegt bei 23,9%. Dabei sind ausgebildete Frauen stärker betroffen. Bei Frauen erreicht die Quote ca. 36,5%. Deutlich geringer ist die Arbeitslosenquote bei Männern. Sie erreicht ca. 19,3%. Besorgniserregend ist, dass laut HCP ca. 57% der Arbeitslosen noch nie zuvor gearbeitet haben. Auch die Dauer der Arbeitslosigkeit ist bedrückend. Ca. 67,7% der Betroffenen sind ein Jahr oder länger Arbeitslos.

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