Marokko – Öffentliche Hand setzt auf alternative Antriebe.

Haushaltsplan sieht erste Investitionen bereits in diesem Jahr vor.

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Elektro- und Hybridfahrzeuge
Laden eines Elektrofahrzeuges - Elektro- und Hybridfahrzeuge von Zöllen und Steuern befreit.

Ca. 30% der Fahrzeugflotte soll aus Hybrid- oder Elektrofahrzeugen bestehen.

Rabat – Die marokkanische Regierung will, neben der Gewinnung von Strom aus Solaranlagen, jetzt auch mehr auf alternative Antriebe bei der eigenen Fahrzeugflotte setzen. Im Zuge der Flottenerneuerung der öffentlichen Hand sollen in den nächsten drei Jahren, zunehmend mehr Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektroantrieb angeschafft werden. Ziel ist es, ca. 30% der Fahrzeugflotte umzustellen. Das berichtet die Tageszeitung Aujourd’hui le Maroc in ihrer Ausgabe vom 28. April 2019. Bisher hat man durch entsprechende wirtschaftliche Fördermaßnahmen die Produktion und den Verkauf von konventionellen Fahrzeugen im eigenen Land gefördert. Davon hat vor allem der französische Hersteller Nissan/Renault mit seiner Marke Dacia profitiert. Nun will man die Fahrzeugproduktion und das Fahrzeugangebot im Königreich breiter aufstellen und, durch eine Nachfrage der öffentlichen Hand nach alternativen Antriebskonzepten, Anreize für ergänzende Modelle schaffen.

Öffentliche Hand ist größter Betreiber einer Fahrzeugflotte im Land.

Die Fahrzeugflotte der marokkanischen öffentlichen Hand wird auf ca. 118.000 Fahrzeuge geschätzt. Das ausgegebene Ziel würde eine Neuanschaffung von etwas mehr als 35.000 Fahrzeuge binnen drei Jahren bedeuten. Geht man von einem Sonderpreis und einer Nettoberechnung für die Anschaffung von durchschnittlich ca. 28.000 Euro aus, dann ist das eine Investitionssumme von ca. 992 Millionen Euro. Eher ist mit einem höheren Betrag zu rechnen. Bereits jetzt hat die marokkanische Regierung eine der größten Fahrzeugflotten in Afrika. Mit der Umstellung wird die öffentliche Hand im Königreich einer der größten Fahrzeugflotten mit alternativen Antrieben in der Welt einsetzen. Zu den Ausgaben für die Fahrzeuge selbst, ist mit erheblichen Investitionen in eine entsprechende Infrastruktur zu rechnen. Ladesäulen sind in Marokko kaum vorhanden und auch der zusätzliche Strombedarf müsste noch abgesichert werden.

Haushaltsplan sieht erste Investitionen bereits in diesem Jahr vor.

Im Detail hat die Regierung bereits beschlossen, die ersten Aufträge im laufenden Haushaltsjahr zu vergeben. Während dieser Wechsel darauf abzielt, die Umweltverpflichtungen des Königreichs zur Verringerung der Luftverschmutzung, insbesondere in Ballungszentren, zu erfüllen, nutzen die Behörden die Aufträge zur Förderung der lokalen Produktion umweltfreundlicher Fahrzeuge. Bereits jetzt verzichtet man in Marokko auf Importzölle und die KFZ-Steuer, wenn es sich um Fahrzeuge mit Elektroantrieb oder Hybridsystemen handelt. Mit dieser Ankündigung hofft man auch, den französischen Hersteller Peugeot zu motivieren, in dem kürzlich errichteten Werk in Kenitra, sein neues Modell 208 mit Elektroantrieb zu produzieren. Peugeot hat sein neues Model für Juni 2019 angekündigt. Nach Angaben von „Slovak Spectator“ wird der Wagen auch mit Elektroantrieb bisher nur im slowakischen Trnava produziert. Weiterer Anbieter wäre der ebenfalls französische Hersteller Renault mit dem Zero. Weitere Hersteller für Busse und Transporter werden aus China erwartet.

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