Marokko – ONCF spricht von Al Boraq als Erfolgsgeschichte.

Al Boraq verringert Belastungen auf den Straßen und für die Umwelt.

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Al Boraq
Marokkanischer Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq

Afrikas erster Hochgeschwindigkeitszug übertrifft nach einem Jahr die Erwartungen.

Rabat – Der erste afrikanische Hochgeschwindigkeitszug „Al Boraq“, der im letzten Jahr auf der Strecke Tanger – Casablanca in Betrieb genommen wurde, beförderte von Januar bis Oktober 2019 insgesamt 2,5 Millionen Fahrgäste. Bis Ende Dezember sollen es mehr als drei Millionen sein. Dies sagte Mohamed Rabie Khlie, Generaldirektor der Nationalen Eisenbahngesellschaft (ONCF), am gestrigen Mittwoch, auf einer Pressekonferenz in Rabat. Die ONCF stellte Zahlen zum ersten Jahrestag der Inbetriebnahme vor. Für die ONCF erlauben es die Zahlen, dass man von einer Erfolgsgeschichte sprechen kann. Laut der marokkanischen Eisenbahngesellschaft sind die prognostizierten Passagierzahlen übertroffen worden. Nach Angaben des Staatskonzerns nutzen 8.250 Passagiere die Züge des französischen Typs TGV pro Tag.

Hohe Akzeptanz, Auslastung und positives Betriebsergebnis.

Von Januar bis Ende Oktober 2019 fuhren 7.000 Züge mit einer Auslastung von ca. 68%. Durchschnittlich fuhren 28 Züge pro Tag, betonte der Generaldirektor der ONCF und stellte fest, dass die Pünktlichkeitsrate bei rund 97% lag. Er stellte ferner fest, dass der zuvor vernachlässigbare Online-Ticketverkauf nun bei 15% liegt. Die Zufriedenheit der Nutzer mit dem Onlineangebot liegt bei 92% und man erwartet ein Wachstum bei den Onlinetickets auf bis zu 40%. In Bezug auf Bahnhofsgästen verzeichnete Casa-Voyageurs, im Zeitraum Oktober 2018-2019, ein Wachstum der Passagiere um 23%, Rabat-Agdal um 43% und Tanger um 80%, sagte Mohamed Rabie Khlie. Im Hinblick auf die Rentabilität verzeichnete Al Boraq ein positives Ergebnis, dank „optimierter Finanzierung, sparsamer Investitionen, attraktiver Preise und wettbewerbsfähiger Betriebskosten. Seit dem ersten Jahr konnte dieses „Symbol“ für innovative Mobilität eine operative Marge im hohen Bereich der internationalen Benchmarks erreichen und damit alle Betriebskosten decken“, sagte Herr Khlie.

Al Boraq
Al Boraq Innenansicht 2. Klasse

Al Boraq verringert Belastungen auf den Straßen und für die Umwelt.

Mohamed Rabie Khlie hob auch die makroökonomischen Auswirkungen des ersten Betriebsjahres der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tanger-Casablanca hervor. Insbesondere die Verringerung der Zahl der Pkws auf der Straße um 600.000 pro Jahr und der 58.400 vermiedenen Busse, wodurch 200.000 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart und 150 Verkehrsunfälle pro Jahr vermieden werden könnten.

ONCF betont makroökonomische Effekte für die Regionen und das ganze Land.

Weit über diese Ergebnisse hinaus zielt „Al Boraq“ darauf ab, „ein Träger der wirtschaftlichen Entwicklung und ein Symbol für eine neue Ära der Mobilität zu sein“, indem es die vom TGV verbundenen Regionen zusammenbringt und die sozioökonomische Entwicklung dieser Regionen fördert, und er stellte fest, dass diese Strecken auch zur Entwicklung von Bahnhöfen auf dem Land sowie zur Entstehung von Wirtschaftszonen, rund um die Bahnhöfe, beigetragen hat. Neben den Fortschritten bei der Vernetzung und den positiven Auswirkungen auf das Image des Landes, hat „Al Boraq“ zahlreiche Lernerffekte in verschiedenen Bereichen, wie Stadtplanung, Landentwicklung und Immobilien gehabt. Hinzu kommen die wirtschaftliche und touristische Entwicklung hinsichtlich der Attraktivität der angebundenen Städte, insbesondere Tanger, das im Zeitraum Januar-August 2018/2019 die Übernachtungszahlen zweistellig gesteigert hat.

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