Marokko – Phosphat- und Düngemittelkonzern OCP will 550.000 Tonnen Dünger für Afrika freigeben.

Marokkanischer OCP-Konzern könnte von der Lange in der Welt profitieren

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OCP-Konzern gibt Sonderrabatte und spendet Produkte als Beitrag zur Hungerbekämpfung und zur Stärkung seines Einflusses.

Rabat – Das marokkanische Phosphatunternehmen OCP (Office Chérifien des Phosphates) bereitet sich darauf vor, den afrikanischen Ländern zu helfen, indem es große Mengen an Düngemitteln spendet bzw. sie zu reduzierten Preisen verkauft.

Laut einem leitenden OCP-Beamten wird das Unternehmen 180.000 Tonnen Dünger als Hilfe spenden und 370.000 Tonnen zu reduzierten Preisen abgeben, um afrikanischen Ländern im Kampf gegen hohe Weltmarktpreise und drohenden Hungerkrisen zu unterstützen. Insgesamt sollen 550.000 Tonnen synthetische Düngemittel zur Verfügung gestellt werden.

In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Nada Elmajdoub, Executive Vice President of Performance Management, dass die angebotenen bzw. rabattierten Mengen in diesem Jahr 16% der afrikanischen Nachfrage sowie ein Viertel des Umsatzes der OCP-Gruppe auf dem Kontinent ausmachen werden.

Ilyass El Fali, Geschäftsführer für Unternehmensstrategie und Nachhaltigkeit bei OCP, betonte bei seiner Teilnahme am 14. US Africa Business Gipfel, wie wichtig es sei, die Probleme anzugehen, mit denen die landwirtschaftliche Entwicklung in Afrika behindert wird. Er betonte das Engagement der Gruppe für die Verbesserung der Ernährungssicherheit auf dem gesamten Kontinent.

Der Direktor erklärte auch, dass OCP seine Produktion erheblich steigern wolle, indem es schätzungsweise 1 Mio. Tonnen in diesem Jahr und 3 Mio. Tonnen im nächsten Jahr mehr produzieren möchte. Auf diese Weise solle die Verfügbarkeit von Düngemitteln sichergestellt werden.

OCP
Marokkanische OCP – Group – weltweit größter Anbieter für Phosphat

Marokkanischer OCP-Konzern könnte von der Lange in der Welt profitieren.

Laut der Pressemitteilung des Office of Change (Amt für Außenhandel) setzen die Zahlen des OCP ihren positiven Trend weiter fort. Diese Entwicklung sei insbesondere auf den Anstieg des Absatzes von Natur- und Chemiedünger (+17,96 Mrd. MAD) zurückzuführen, dessen Wert sich aufgrund des Preisanstiegs mehr als verdoppelt habe: nämlich 8354 MAD / Tonne bis Ende Mai 2022. Trotzdem sank das Exportvolumen um 10,2 %, so das Amt.

Diese Maßnahme ist sicherlich eine zu begrüßende und auch großzügige Geste eines nordafrikanischen Konzerns an die afrikanische Gemeinschaft, ganz im Sinne der politischen Strategie des Königreiches. Zugleich ist es aber auch eine Möglichkeit, zukünftige Marktanteile auf dem afrikanischen Kontinent auszubauen.
Eine Strategie, die der mehrheitlich im Besitz des Staates und der königlichen Al Mada Investmentholdig befindliche OCP-Konzern schon länger verfolgt. So hat man bereits in mehreren Ländern Afrikas Produktionsanlagen für die Herstellung von Düngemitteln an den Start gebracht.
Die Markteintrittschancen sind bekanntlich in Krisen nicht immer die Schlechtesten, insbesondere für die marokkanische OCP, da zwei der großen Düngemittelproduzenten ausfallen. Russland durch die Sanktionen und die Ukraine durch den Krieg.

Neben afrikanischen Ländern interessieren sich z.B. auch Staaten aus Südamerika und Asien für Düngemittel aus Marokko, vorausgesetzt das Königreich hat genügen Gas, was für die Produktion benötigt wird, um die Nachfrage decken zu können. Da helfen vielleicht zukünftig die entdeckten Vorkommen vor der Küste oder der Umstieg auf Wasserstoff, der im Land mit „grüner Energie“ bald in großen Mengen hergestellt werden kann.

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