Marokko – Regierung bietet Transportunternehmen finanzielle Unterstützung an.

Transportbranche kritisiert Angebot der Regierung.

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Nach landesweiten Streiks bietet Regierung Beihilfen für den sich verteuernden Dieselkraftstoff an.

Rabat – Die Transportbranche und die Regierung setzten sich nach einem mehrtägigen Streik an einen Tisch. In ganz Marokko streikten die Transportunternehmen und selbständige Fahrer, sowie Taxifahrer und Reisebusanbieter vom 7. Bis 9. März wegen der stark gestiegenen Treibstoffpreise, insbesondere bei Diesel. Sie forderten Unterstützung bei der Regierung und machten so auf eine für sie mutmaßlich existenzbedrohliche Situation aufmerksam.

Das Treffen am vergangenen Montag in Rabat zwischen Mohamed Abdeljalil, dem Minister für Transport und Logistik, Fouzi Lekjaa, dem stellvertretenden Minister für Haushalt, und den Vertretern des Transportgewerbes hatte zum Ziel, die Perspektive und den Vorschlag der Regierung zur Bewältigung des Anstiegs der Dieselpreise darzulegen. Eine direkte und allgemeine Subventionierung des Dieseltreibstoffs an der Zapfsäule will die Regierung vermeiden, nach dem es ein harter politischer Kampf der Vorgängerregierungen gewesen ist, diese Form der Subventionierung abzuschaffen.

Transportgewerbe soll direkte Beihilfen erhalten.

Laut der staatlichen Sendergruppe SNRT News bot die Regierung den Gewerkschaftsvertretern eine direkte Subvention für die professionellen Transportunternehmen an. Eine Subvention, die für Besitzer von Taxis, Fahrzeugen zur Personen- und Güterbeförderung sowie für internationale Transportunternehmen bestimmt ist.
Diese Unterstützung könnte zwischen 2.000 und 3.000 marokkanische Dirham MAD pro Monat betragen und soll in zwei Wochen beginnen. Die Regierung kündigte an, den gewerblichen Transportunternehmen eine digitale Plattform zur Verfügung stellen, über die sie sich für die Bewilligung der Beihilfe registrieren können.

Transportbranche kritisiert Angebot der Regierung.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Telquel Arabi vertrat ein bei dem Treffen anwesender Gewerkschaftsvertreter die Auffassung, dass die Regierung den Anschein erwecke „keine fertige oder konkrete Perspektive zu haben“. Er hob die Vorbehalte der Gewerkschaften gegen den von den Regierungsbeamten verwendeten Begriff „Subventionen“ hervor und bezeichnete ihn als erniedrigend. Danach ist davon auszugehen, dass die Gespräche noch nicht abschließend gewesen sind.

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