Marokko – Spekulationen über Formel 1 Grand Prix.

Rückkehr der Formel 1 nach Marokko.

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Formel 1
Formel 1 - Mercedes gegen Ferrari

Formel 1 Group und marokkanische Behörden sollen Gespräche führen.

Paris – Die Formel 1, die Königsklasse des Motorsports, könnte in einigen Jahren in Marokko fahren, glaubt man den aktuellen Berichten in zahlreichen nationalen und internationalen Medien. Der marokkanische Fernsehsender 2M berichtet darüber, dass es bereits Gespräche zwischen Vertretern der Formel 1 und den marokkanischen Behörden geben würde, um einen „Großen Preises von Marokko“ in den Rennkalender aufzunehmen. Die BBC Sports zitiert den Chef der Formel 1 Group mit Aussagen, wonach man seine „Räder“ wieder auf den afrikanischen Kontinent stellen möchte, wo man nach dem Ende des „Südafrika Grand Prix“ nicht mehr präsent ist. Bereits seit Jahren sei man in Gesprächen mit Südafrika. Es bestehen aber auch Kontakte zu Marokko. „Wir fahren auf fünf Kontinenten und der letzte bewohnbare Kontinent, auf dem wir nicht fahren, ist Afrika“, sagte Sean Bratches. „Wir wurden von Marokko und Marrakech proaktiv angesprochen, um dort einen Grand Prix zu veranstalten. Das Interesse ist groß.“

Rückkehr der Formel 1 nach Marokko.

Die Formel 1 war bereits seit den 1930 Jahren auf dem afrikanischen Kontinent präsent. So fanden nahe Tripolis Rennen der Königsklasse des Motorsports statt. 1953 wurde das Saisonfinale sogar in Casablanca ausgetragen. Danach würden von 1967 bis 1993 Rennen im südafrikanischen Kyalami veranstaltet. Für Marokko wäre es also keine Prämiere, sondern eine kleine Rückkehr der Formel 1. Das nordafrikanische Land besitzt bereits eine nahezu Formel 1 taugliche Rennstrecke, nahe der Königsstadt Marrakech. Dort finden neben rennen der WTCR Serie auch Rennen der Formel E statt.

Marrakech Menara Marokko
Flughafen Marrakech Menara Marokko

Formel 1 teure Werbeveranstaltung für Marokko

Die Formel 1 wäre für Marokko eine aufmerksamkeitsstarke Werbeveranstaltung. Doch die Voraussetzungen und finanziellen Rahmenbedingungen haben es in sich. Marokko müsste weitreichenden Übertragungen von Rechten an die Vermarktungsgesellschaft der Formel 1 zustimmen, darunter TV-Rechte und Vermarktungsmöglichkeiten, sowie darüber hinaus Zahlungen an die FIA entrichten.

Ebenfalls wären weitere Investitionen in die Infrastruktur rund um die Rennstrecke nötig. Darunter Umbauten der Rennstrecke, besondere medizinische Zentren mit Kompetenzen bei der Behandlung von Traumata nach schweren Unfällen sowie zusätzliche Zuschauerkapazitäten. Die Rennstrecke in Marrakech besitzt keine Formel 1 Lizenz. Diese müsste noch erworben werden.

Das Königreich müsste die Refinanzierung selbst sicherstellen und die Vermarktung der übrigen Rechte selbst in die Hand nehmen. Der Verkauf von Besuchertickets wäre eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Marrakech einziger sinnvoller Austragungsort in Marokko.

Marrakech als einzig sinnvoller Austragungsort wäre aber attraktiv. Marrakech hat nicht nur eine relativ neue Rennstrecke, sondern besitzt einen kürzlich erst modernisierten internationalen Flughafen, eine sehr guten touristische Infrastruktur sowie ein hohes Sicherheitsniveau. Auch für die weltweiten TV-Sender bieten sich attraktive Möglichkeiten und Themen für die Berichterstattung. Ebenfalls attraktiv könnten die Sponsoren den Austragungsort am Fuße des Atlasgebirges finden, weil sie sich einem interessanten Markt präsentieren könnten, der nicht nur nach Afrika hinein wirkt, sondern unmittelbar vor den Toren Europas liegt. Darüber hinaus besitzen Marken wie Renault und Mercedes nahezu Kultstatus in dem Königreich. Doch es würden auch zwei Welten aufeinander stoßen. Die Formel 1 als verschwenderischer Ausdruck einer „Luxusgesellschaft“ und Marokko, mit einer nach grundlegender sozialer und wirtschaftlicher Sicherheit sowie Zukunft suchenden Bevölkerung.

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