Marokko – Start des TGV voraussichtlich am 15. November 2018

Gesamtkosten zwischen 2-3 Milliarde Euro.

TGV
Marokkos TGV kurz vor dem Start.

Feierlichkeiten unter Teilnahme von Präsident Macron und König Mohammed VI.

Rabat – Nach über sieben Jahren Bauzeit soll die Hochgeschwindigkeitsstrecke für Afrikas ersten Hochgeschwindigkeitszug im November in den Regelbetrieb übergehen. Wie die marokkanische Tageszeitung Akhbar Al Yaoum erfahren haben will, sollen die Feierlichkeiten am 15. November 2018 stattfinden. Zur ersten offiziellen Fahrt werden sowohl König Mohammed VI. als auch der französische Präsident Emmanuel Macron erwartet. Weitere Details zur Zeremonie sind aber noch nicht bekannt. Eigentlich war der Übergang in den Regelbetrieb für Juni 2018 geplant gewesen. Durch Schäden an der Strecke, die während des Testbetriebs aufgetreten waren, kam es zu einer mehrmonatigen Verzögerung. Der jetzige Starttermin ist weder von der marokkanischen noch von der französischen Regierung bisher bestätigt worden.

Macron
König Mohammed VI. und Präsident Macron in Paris

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Gesamtkosten zwischen 2-3 Milliarde Euro.

Bei den bisherigen Investitionskosten gibt es unterschiedliche Angaben. Marokko beziffert die offiziellen Kosten auf rund 2 Milliarden Euro. In französischen und deutschen Medien werden teilweise 3 Milliarden Euro genannt. Beauftragt mit dem Bau der Strecke sowie der dazu gehörenden Infrastruktur wurde die französische Eisenbahngesellschaft SNCF. Lieferant der Züge ist der ebenfalls französische Konzern Alstom. Der Betrieb selbst wird von der marokkanischen Eisenbahngesellschaft ONCF übernommen. Die Kosten sind auf mehrere Investoren verteilt. Hauptinvestor ist die marokkanische Regierung über die ONCF. Aber auch Frankreich, Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben zur Gesamtfinanzierung beigetragen.

Megaprojekt könnte zum reinen Prestigeobjekt werden.

In der marokkanischen Bevölkerung ist das Projekt umstritten. Viele hätten es positive aufgenommen, wenn die Gelder in den grundlegenden Ausbau der Infrastruktur geflossen wären, als in einen Hochgeschwindigkeitszug. Die Kosten werden es der ONCF erschweren, die Rentabilitätsgrenze zu erreichen. Die Strecke wird mit 12 TGV – Zügen bedient werden. Damit sich die Strecke finanziell rechnet, werden laut ONCF ca. zwei Millionen Passagiere pro Jahr benötigt. Nicht wenige in Marokko bezweifeln, dass ausreichend zahlungskräftige Passagiere für den Streckenabschnitt zwischen Tanger und Casablanca gefunden werden. Damit könnte Afrikas erste Hochgeschwindigkeitsstrecke zu einem teuren Prestigeprojekt werden. Dennoch plant Marokko bereits den Ausbau des Streckennetzes. Dabei soll in naher Zukunft die Königsstadt Marrakech angebunden werden. Weitere Planungen sehen Strecken nach Meknés und Fés vor. Auch eine Verlängerung in den Osten Marokkos wird diskutiert. Hier wäre ein mögliches Ziel die Anbindung der Stadt Oujda, naher der Grenze zu Algerien.

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