Marokko – Strafe für Maroc Telecom in Höhe von 3,3 Mrd. MAD.

Maroc Telecom kündigt Prüfung und eventuell Rechtsmittel an.

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Maroc Telecom
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Aufsichtsbehörde bestraft Marktführer für wettbewerbswidriges Verhalten.

Rabat – Seit längerem wird dem ehemaligen Staatskonzern und Marktführer im marokkanischen Telekommunikationsmarkt, Maroc Telecom, wettbewerbswidrigen Verhalten vorgeworfen. Die Konkurrenz von Orange (vormals Meditel) und Inwi beklagen, dass sie von Maroc Telecom daran gehindert werden, die „letzte Meile“ zum Privat- und Geschäftskunden zu überbrücken. Dies gilt insbesondere für das Festnetzgeschäft mit neuen Glasfaseranbindungen. Ein wichtiger Markt gerade im Geschäftskundenbereich, wo hohe Datenübertragungsraten ein Wettbewerbsvorteil sind. Nun hat die marokkanische Regulierungsbehörde auf die Vorwürfe reagiert und eine drastische Strafe ausgesprochen.

ARNT fordert 3,3 Mrd. marokkanische Dirhams (MAD).

Die Nationale Regulierungsbehörde für Telekommunikation (ANRT) wies den etablierten Telekommunikationsanbieter an, dem Finanzministerium die Summe von 3,3 Milliarden MAD zu zahlen. Dies entspricht 310 Millionen Euro*. „Nach einer eingehenden Prüfung der verschiedenen Aspekte des Falles kam die ANRT zu dem Schluss, dass Maroc Telecom seit 2013 eines zunehmenden Verhaltens beschuldigt wird, das den Zugang der Wettbewerber zur Marktentflechtung und zum Festnetzmarkt verhindert und verzögert hat“, erklärte die Behörde in einer am 2. Februar veröffentlichten Pressemitteilung. Bei verspäteter Zahlung der Geldbuße können auch zusätzliche Tagesstrafen verhängt werden.

Maroc Telecom kündigt Prüfung und eventuell Rechtsmittel an.

Als Antwort darauf veröffentlichte der Netzbetreiber am selben Tag eine Pressemitteilung: „Maroc Telecom nimmt die Entscheidung des ANRT – Managementausschusses bezüglich wettbewerbswidriger Praktiken auf dem Festnetzmarkt und beim Festnetz-Breitband-Internetzugang zur Kenntnis. Maroc Telecom behält sich das Recht vor, die vom Gesetz vorgesehenen Rechtsmittel auszuüben“.

*Wechselkurs Stand 5. Februar 2020

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