Marokko – Tanger Tech – Projekt kommt wieder in Bewegung.

Freihandelszone bietet Steuervorteile für mehrere Jahrzehnte.

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Tanger Tech
Mohammed VI. Tanger Tech City

Regierungsrat beschließt Umwandlung der Mohammed VI. Tanger Tech Stadt in eine Freihandelszone.

Rabat – Im März 2017 gaben marokkanische und chinesische Investoren den Startschuss zum Bau einer ganzen Stadt, die als moderne Produktionsstätte für eine exportorientierte Industrie dienen soll. Die Stadt, die nach König Mohammed VI. benannt werden soll, sollte von der chinesischen Haite Group gebaut werden. Im Beisein des marokkanischen Königs und unter großer Aufmerksamkeit internationaler Medien unterzeichnete man eine entsprechende Vereinbarung. Doch die chinesische Haite Group stieg plötzlich aus dem Projekt aus. Seit dem versuchte der Vorstandsvorsitzende der BMCE Afrika Bank und größter marokkanischer Einzelinvestor, Othman Benjelloun, einen neuen Partner, bevorzugt aus China zu gewinnen. Ein Investor aus einem anderen Land kommt nicht in Frage, da die Stadt „Mohammed VI. Tanger Tech“ Teil des Kooperationsabkommens zwischen China und Marokko ist, das beim Besuch des marokkanischen Königs in China unterzeichnet wurde.

Die chinesische Haite Group baut eine ganze Stadt in Marokko.

Freihandelszone bietet Steuervorteile für mehrere Jahrzehnte.

Nach dem in diesem Jahr ein neuer chinesischer Partner in der China Communications Construction Company (CCCC Group) gefunden worden ist, hat der Regierungsrat am 16. Mai 2019 ein Dekret zur Schaffung der Tanger Tech – Freihandelszone genehmigt. Die Schaffung einer Freihandelszone gehört zu den Voraussetzungen der am 26. April 2019 zwischen dem chinesischen Staat, der CCCC Group und Marokko unterzeichneten Absichtserklärung. Durch die Verabschiedung des Dekrets Nr. 2.19.345 wird auf einer Fläche von ca. 467 Hektar in der Gemeinde Al-Aouama eine Sonderwirtschaftszone geschaffen, in der sich Unternehmen aus zahlreichen Bereichen niederlassen sollen. Geplant ist, dass sich Unternehmen aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie, erneuerbare Energien, Leder- und Textilindustrie, Maschinenbau, elektrische und elektronische Industrie, Kunststoffindustrie, Agrar- und Lebensmittelindustrie, chemische und halbchemische Industrie sowie aus der Baustoffindustrie niederlassen können. Dabei soll es sich voranging, um Unternehmen aus China handeln, die von Marokko aus Afrika und Europa beliefern können. Marokko geht mit der Verabschiedung des Dekrets gegenüber China und der CCCC Group in Vorleistung.

China und die CCCC Group machen Steuervorteile zur Bedingung für die Kooperation.

Neben der Schaffung der Freihandelszone machte China und die CCCC Group auch die Gewährung von langfristigen Steuervorteilen zur Bedingung. Zu den Klauseln des Abkommens gehören, laut dem Nachrichtenmagazins Telquel, „eine Verpflichtung des marokkanischen Staates zur Schaffung einer Freihandelszone“ und „die Einrichtung von noch nicht definierten Steuervorteilen“. Durch dieses Dekret werden Unternehmen, die sich in dieser neuen Freihandelszone niederlassen, in den ersten fünf Jahren von der Körperschaftsteuer befreit. Sie werden anschließend für zwanzig Jahre nur mit 8,75% besteuert. Diese Unternehmen werden auch von der Mehrwertsteuer unbeschränkt befreit, wenn sie Waren und Dienstleistungen in die Sonderwirtschaftszone einführen. Die Freihandelszone Tanger Tech wird die sechste in Marokko und die dritte in der Region Tanger sein.

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