Marokko – ThyssenKrupp Aerospace eröffnet Standort.

ThyssenKrupp folgt seinen Kunden.

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Marokkanischer Luft- und Raumfahrtsektor weiterhin interessant für ausländische Investoren.

Rabat – Das Unternehmen ThyssenKrupp Aerospace, die Luft- und Raumfahrttochter des noch rein deutsch Stahlkonzerns aus Essen, hat in einer Presseerklärung angekündigt, sich in Marokko zu engagieren. In der Nähe von Casablanca soll nach eigenen Angaben ein erstes Materialbearbeitungs- und Logistikzentrum noch bis Ende des Jahres in Betrieb genommen werden.

Ziel des Zentrums ist es, die „lokalen Kunden des Unternehmens mit den benötigten Materialien und Dienstleistungen zu versorgen“, sagte Patrick Marous, CEO von ThyssenKrupp Aerospace. Das Luft- und Raumfahrtunternehmen hatte im Februar angekündigt, einen neuen Vertriebs- und Produktionsstandort in der Nähe von Casablanca zu eröffnen.

„Die marokkanische Luft- und Raumfahrtindustrie wächst. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 15 Prozent ist sie eine wichtige treibende Kraft für die Wirtschaft des Landes. Diese erfreuliche Entwicklung fördert auch die Nachfrage nach lokalen Materiallieferanten und Dienstleistern“, schrieb das Unternehmen.

Luft- und Raumfahrtindustrie wird in Marokko besonders gefördert.

Marokko verfügt über mehrere wirtschaftliche Sonderzonen (sog. Freihandels- oder Sonderwirtschaftszonen). Unternehmen die sich dort ansiedeln, genießen über mehrere Jahre Sonderkonditionen bei der Gewerbe- bzw. Körperschaftssteuer sowie bei den Sozialabgaben. In der Regel fördert der Statt die Unternehmen für mindesten fünf Jahre, um vor allem Arbeitsplätze zu schaffen. Insbesondere ausländische Investoren sollen mit attraktive Rahmenbedingungen angelockt werden. Allgemeine Sonderwirtschaftszonen finden sich in Tanger, Khenitra und Oujda. Weitere sind rund um den neuen Hafen Nador Med und Al Hoceima geplant. Die Luft- und Raumfahrtindustrie siedelt sich aktuell vor allem in den Sonderwirtschaftszonen Aeropole Nouaceur und Midparc in der Nähe von Casablanca an. Mitte des Jahres hatte die Regierung angekündigt in Region zwischen Fés und Meknés eine weitere Einrichtung speziell für diesen Industriezweig anzulegen.

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ThyssenKrupp folgt seinen Kunden.

Das Thyssenkrupp-Zentrum soll in Ouled Salah, in der Nähe des Mohammed V. Flughafens von Casablanca eingerichtet werden. Insgesamt wird der neue Standort eine Fläche von ca. 3.500 m2 umfassen und dabei Lager- und Produktionshalle sowie Büros beherbergen. In einem ersten Schritt werden zunächst 20 feste Arbeitsplätze entstehen. Am neuen Standort sollen Materialien wie Aluminium, Stahl sowie Kupfer verarbeitet und gelagert werden.

Joachim Limberg, CEO von Materials Services, sagte, dass ThyssenKrupp die Region genau unter die Lupe genommen hat und das neue Zentrum „ein wichtiger Schritt in der strategischen Entwicklung“ sei. Er fuhr fort: „Die Suche nach Kundennähe, die Umsetzung individueller Anforderungen und die Entwicklung maßgeschneiderter Supply-Chain-Lösungen (Lieferprozesse) gehören zu unseren Kernkompetenzen und machen uns zum idealen Partner der Branche“. Dabei folgt man in Essen bestehenden oder potentiellen Kunden wie Boeing und Bombardier.

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