Marokko – Tourismus erholt sich spürbar

Im Juli und August werden die meisten Ankünfte erwartet.

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Touristen
Tourismus in Marokko wächst.

Eine erste Bilanz der Ministerin für Tourismus nach der COVID-19 Krise, die für die Branche durchaus hoffnungsvoll ausfällt.

Casablanca – Kurz vor Beginn des Monats August hat Media24 die Tourismusministerin gebeten, eine Bilanz der Sommersaison zu skizzieren. Nach Ansicht von Fatim-Zahra Ammor könne sich die im Juni einsetzende Erholungsdynamik im August auf außergewöhnliche Werte belaufen.

Nach zwei Sommern mit Einreise- und allgemeinen Reisebeschränkungen sowie Betriebsauflagen durch die COVID-19 Eindämmungsmaßnahmen, die den marokkanischen Tourismus stark getroffen haben, weisen die Ankunftszahlen zu Beginn der Sommersaison 2022 im Vergleich zum Referenzjahr 2019 eine allmähliche Rückkehr zur Normalität auf. In einigen Regionen lässt sich sogar eine Verbesserung feststellen.

Vier Monate Vorbereitung auf die Sommersaison

Auf Anfrage von Media24 erklärte die Ministerin für Tourismus, Handwerk und Sozialwirtschaft, Fatim-Zahra Ammor, dass seit der Wiedereröffnung der Grenzen im Februar 2022 Anstrengungen unternommen werden, um den Tourismussektor durch die Verbesserung seiner Attraktivität wieder zu beleben, indem das Land wieder zu einem der führenden Reiseziele der Welt wird“.

Ministerin
Ministerin für Tourismus Marokko Fatim-Zahra Ammor

In der ersten Phase „konzentrierten sich die Maßnahmen auf mehrere Prioritäten, wie die Lockerung restriktiver Maßnahmen, die schrittweise Erhöhung der Flugkapazitäten, die Bewerbung des Reiseziels, die Aufnahme in eine Liste globaler Meinungsführer und die Verbesserung des Hotelangebots durch einen Zuschuss von 1 Milliarde Dirham“.

Ziel sei es, so der Ministerin, die Erholung der Sommersaison zu beschleunigen, um schnell wieder das Niveau des Referenzjahres 2019 für den Tourismussektor zu erreichen.

5% mehr Touristen im Juni 2022 im Vergleich zu 2019.

Die Zahl der Ankünfte Ende Juni zeigt, dass 63% der Ankünfte aus der ersten Jahreshälfte 2019 zurückgeholt bzw. aufgeholt werden konnten.

Das ist eine außergewöhnliche Leistung, deren Ergebnis darauf hindeutet, dass die für 2019 erwarteten 13 Millionen Ankünfte bis 2023 schneller erreicht werden können“, so Fatim Zahra Ammor weiter. Sie ist sichtlich erfreut über die in Gang gesetzte Dynamik, deren Entwicklung noch in den Anfängen stecke.

Der Juni zeichnete sich durch die Ankunft von 1.14 Mio. Touristen aus, ein Zuwachs von 5 % im Vergleich zum gleichen Monat 2019, was auf noch höhere Zahlen im Juli und August hoffen lasse, sagte sie.

620.000 MRE-Ankünfte im Juni im Vergleich zu 488.000 im Juni 2019.

Das Gleiche bei den „Besucherzahlen der touristischen Einrichtungen, bei denen im Vergleich zu 2021 eine Verbesserung um mehr als 20 Prozentpunkte zu verzeichnen bzw. bei mehreren Top-Destinationen das Niveau von 2019 wieder erreicht wurde“.

Tatsächlich spielten „die im Ausland lebenden Marokkaner (MRE) eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung im Juni, als mehr als 620.000 von ihnen eintrafen, was einem Anstieg von 27% im Vergleich zu 2019 entspricht. Dieser Trend sollte sich im Juli und August 2022 weiter fortsetzen.

Im Juli und August werden die meisten Ankünfte erwartet.

Da der Juli praktisch vorbei sei, werde es noch ein paar Tage dauern, bis eine Einschätzung abgegeben werden könne. Für die Ministerin deuten jedoch alle Anzeichen darauf hin, dass die Aussichten für den zweiten Monat des Sommers, der normalerweise von einem Ansturm auf die Ferien geprägt sei, hoffnungsvoll seien.

Sie ist optimistisch, dass die Ankünfte, dank der „Bemühungen, bis zum Sommer 2022 ca. 4,25 Millionen Plätze bei Fluggesellschaften, 2 Millionen Touristen bei Online-Reiseveranstaltern und 360 000 Kunden bei traditionellen Reiseveranstaltern zu erreichen“, sprunghaft ansteigen werden.

Mit der Rückkehr der ausländischen Übernachtungsgäste (TES), der massiven Rückkehr der MRE und schließlich der vielen Einheimischen, von denen man annimmt, dass sie ihr Land in den Sommern 2020 und 2021 wiederentdeckt haben, könnte es sehr wahrscheinlich so sein, dass die letzten beiden Monate des Sommers in Bezug auf die Zahl der Ankünfte sowohl ausländischer als auch einheimischer Touristen außergewöhnlich seien werden.

Fatim-Zahra Ammor resümiert, dass „die Einführung des elektronischen Visums die Attraktivität Marokkos erhöhen und es ermöglichen werde, ein riesiges touristisches Potenzial für Zielgruppen zu erschließen, zu denen große Migrantengruppen gehören, wodurch es möglich sei, Marokko in einem globalen Tourismuskreislauf zu positionieren”.

Marokko – Über 1,4 Mio. MREs eingereist.

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