Marokko und China intensivieren wirtschaftliche Beziehungen

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China und Marokko intensivieren Wirtschaftliche Beziehungen
König Mohammed VI. und Chinas Präsident Xi Jinping

Das nordafrikanische Land vor den Toren Europas sieht sich nach weiteren Wirtschaftspartnern um. Der Blick des Königreiches wendet sich dabei zunehmend in Richtung China um die wirtschaftlichen Beziehungen zu intensivieren.

Bei einem Besuch des Königs Mohamed VI in China wurden zahlreiche Kooperationsverträge in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Politik. Durch dieses Abkommen wird China zu einem der größten Investoren in Marokko. Marokko verzichtet auf eine Visumspflicht für chinesische Bürger, was den Austausch erleichtern soll.

China ist bereits einer der größten Investoren im arabischen Raum und engagiert sich seit vielen Jahren auf dem rohstoffreichen afrikanischen Kontinent.

Vor allem das Handels- und Investitionsabkommen steigert das Volumen an Investitionen in Marokko durch China auf das doppelte des bisherigen Engagements.
Das Abkommen mit China scheint ein wesentlicher Teil einer neuen strategischen Ausrichtung von Marokko zu sein. Das Land scheint sich von den engen Bindungen zu Europa und den USA etwas lösen zu wollen und sich gerade in den Entwicklungsbereichen Luftfahrt, Automotiv, Energie, Bergbau und Immobilienerschließung auf neue Partner einzulassen. Für Länder wie China ist Marokko und die gesamte arabische Welt ein sehr wichtiges Umfeld. Zum einen stellt der Maghreb den Zugang zu Afrika da und zum anderen kann China seinen Hunger nach Rohstoffen stillen. Gerade Länder wie Algerien und Libyen besitzen Öl und Gas. China kann nicht nur Rohstoffe für sich erschließen und über den Partner Marokko den afrikanischen Markt erschließen, sondern gleichzeitig Marokko selbst als Markt entwickeln und Produkte absetzen.
Die chinesische Haitea Gruppe hat mit Marokko und der Bank of Africa eine Absichtserklärung unterzeichnet nach dem im Großraum Tanger ein neuer Industriepark mit einem Volumen von 1 Mrd. € entstehen soll.
Ebenso wurde ein Abkommen unterzeichnet für den Bau von Bussen mit Elektroantrieb in Marokko. Die Investition soll ein Volumen von ca. 110 Mio. € haben.
Marokko ist aus eigener Sicht gezwungen sich neue Partnerschaften zu suchen. Europa kämpft weiterhin mit eigenen wirtschaftlichen Problemen und politischer Uneinigkeit, nicht zuletzt durch die Finanzkrise und der Flüchtlingswanderungen.

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