Marokko – Zentralbank prognostiziert Anstieg des Wirtschaftswachstums 2020.

Inflation deutlich niedriger als im Vorjahr.

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Zentralbank
Marokkanische Zentralbank Banq Al Magrib

Leitzins bleibt unverändert bei 2,25%. Wirtschaftswachstum 2020 bei 3,8% erwartet.

Rabat – In der vergangenen Woche tagte das Präsidium der marokkanischen Zentralbank. Zum Ende eines jeden Quartals beraten die Präsidiumsmitglieder über die anstehende Geldpolitik. Sie bewerten ebenfalls die aktuelle sowie zukünftige Lage der marokkanischen Wirtschaft. In einer Pressekonferenz berichtete der marokkanische Zentralbankchef Jouahri über die nächsten Schritte der Bank Al Magrib.

Bank Al Maghrib belässt Leitzins bei 2,25% und stattet Geschäftsbanken mit mehr Liquidität aus.

Dies teilte Abdellatif Jouahri, Chef der Zentralbank, bei seiner traditionellen vierteljährlichen Pressekonferenz, am 24. September 2019 in Rabat mit. Für das Präsidium der Bank Al Maghrib, das die Entwicklung der nationalen Wirtschaftslage analysiert hat, ist der Leitzins von 2,25% angemessen. Seit 2016 hält die Zentralbank den Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken Geld beschaffen können, konstant. Die Bank Al Maghrib stellte in ihrer Analyse fest, dass die marokkanischen Geschäftsbanken einen gestiegenen Bedarf an Liquidität haben. Um den Banken hier entgegen zu kommen, senkt die Zentralbank den Satz der Mindestreserve (réserve monétaire obligatoire) von derzeit 4% auf zukünftig 2%. Damit können die Banken mehr Geld ihrer Einlagen für Kredite zur Verfügung stellen. „Dadurch ist es möglich, einen Betrag von 11 Milliarden marokkanische Dirham MAD an Liquidität zugunsten der Banken freizusetzen“, erklärte Abdellatif Jouahri.

Bank Al Maghrib
Chef der marokkanischen Zentralbank – Banq Al Maghrib 2019

Außenhandelsbilanz steigt weiter an.

Das Präsidium stellte, in Bezug auf den Außenhandel, fest, dass das Außenhandelsdefizit gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, um 5,1 Milliarden MAD, auf 122,8 Milliarden MAD, gestiegen sei. Diese Situation erklärt sich durch den Anstieg der Importe um 10,4 Milliarden MAD. Dies entspricht einem Anstieg um 3,7%. Die Exporte stiegen ihrerseits, um 3,3% oder 5,3 Milliarden MAD, allerdings weniger stark an. Dieser Anstieg wird vor allem durch ein Exportwachstum bei Agrar- und Lebensmittelprodukten, um 6,5% auf 38,1 Milliarden. MAD unterstützt. Die Zentralbank hofft auf eine Verbesserung bei der Außenhandelsbilanz im kommenden Jahr 2020. Hintergrund ist, dass das neue Automobilwerk der PSA Gruppe in Kenitra, seine volle Produktion noch nicht aufgenommen hat.

Direktinvestitionen sinken.

Auf der Ebene der ausländischen Direktinvestitionen verzeichnete die Zentralbank einen Rückgang ihres Nettozuflusses, um 2,1 Milliarden MAD auf 10,5 Milliarden MAD. Die marokkanischen Direktinvestitionen im Ausland erreichten 5,6 Milliarden gegenüber 2,7 Milliarden im Vorjahr 2018. Immer mehr marokkanische Unternehmen investieren im Ausland. Hier vor allem im Rahmen der Süd-Süd-Strategie des Königreiches in Afrika. Einen wesentlichen Effekt auf den Anstieg der marokkanischen Direktinvestitionen hatte der Kauf von Tigo Tschad durch die Maroc Telecom.

Inflation deutlich niedriger als im Vorjahr.

Die Inflation, die im vergangen Jahr 2018 bei 1,9% lag, ist laut Bank Al Maghrib in diesem Jahr auf einem niedrigen Niveau und lag in den ersten acht Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2019 durchschnittlich bei 0,2%. Jouahri wies darauf hin, dass für den Rest des Jahres ein Wert von 0,4% erwartet wird, bevor er sich im Jahr 2020 auf 1,2% beschleunigt.

Wirtschaftswachstum für 2020 bei 3,8% erwartet.

Für das Wirtschaftswachstum 2020 erwartet die Zentralbank ein Wert von 3,8%. Dabei erwartet man ein stabiles Wachstum in den nichtlandwirtschaftlichen Wirtschaftssektoren von 3,6% und einen Anstieg der landwirtschaftlichen Wertschöpfung um 6,3%. Dabei unterstelle man eine Getreideproduktion von 80 Millionen Doppelzentnern im Erntejahr 2019/220.

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