Tunesien – Devisenreserven schmelzen zunehmend

Zentralbank meldet noch 23 Mrd. Dinare bzw. 7,5 Mrd. US-Dollar an Devisenreserven.

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Zentralbank meldet einen Devisenbestand ausreichend für nur noch 112 Tage

Tunis – Das nordafrikanische Land Tunesien leidet weiterhin, unter der schlechten wirtschaftlichen Lage im Land und den weltwirtschaftlichen Entwicklungen, vor allem bezogen auf Energieträgern. Dies wirkt sich auch auf die Devisenreserven aus. Die Devisenreserven Tunesiens scheinen signifikant gesunken zu sein. Sie sollen nur noch ausreichen, um die Einfuhr von Waren und Dienstleistungen für etwas mehr als dreieinhalb Monate zu decken.

Die sich verschlechternde Wirtschaftslage in Tunesien, die Rückgänge von Überweisungen von Tunesierinnen und Tunesier im Ausland, die Schwierigkeiten des Landes um finanzielle Mittel in Form von ausländischen Finanzierungen für Direktinvestitionen anzuziehen und die schlechte Leistung des Tourismussektors führen zu einem Rückgang der Devisenreserven des Landes. Auch die Devisenausfuhren steigen aufgrund der hohen Ölpreise bzw. der Preise für importierte Lebensmittel stark an. Dies spiegele sich in sog. höheren Importrechnungen bez. der Rückzahlung von Auslandsschulden wider.

Zentralbank meldet noch 23 Mrd. Dinare bzw. 7,5 Mrd. US-Dollar an Devisenreserven.

So belaufen sich die Devisenreserven des Landes nach Angaben der tunesischen Zentralbank (BCT) auf umgerechnet 23,37 Milliarden tunesische Dinar bzw. 7,54 Milliarden US-Dollar. Auf diesem Niveau deckten die Nettodevisenreserven die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen nur noch für 112 Tage ab, gegenüber 133 Tagen im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres (Stand 29. September 2022).

Es könnte jedoch zu einer Besserung kommen, wenn es dem Land gelinge, bald eine Einigung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erzielen, mit dem Tunesien über neue Kreditlinien und Reformen verhandelt. Ein solches Abkommen könnte die Rückkehr des Landes an den internationalen Schuldenmarkt erleichtern bzw. zur Aufstockung der Devisenreserven Tunesiens beitragen.

An einer Ankurbelung der Wirtschaft wird Tunesien aber nicht vorbeikommen, was angesichts der politischen Entwicklungen und der drohenden Rezession im EU-Raum schwierig sein wird. Zugleich hat die Zentralbank auf ihrer Sitzung vom 5. Oktober 2022 den Leitzins um weitere 25 Basispunkte auf 7,25% angehoben, um der Inflation im Land zu begegnen. Zugleich werden damit aber kreditfinanzierte Investitionen für inländischen Unternehmen teurer.

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